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11:36 30.06.2016
Offizielle Entlassung aus dem öffentlichen Dienst: Kultursenatorin Kathrin Weiher überreicht Rolf Hammel-Kiesow die Entlassungsurkunde. Seit 1978 war der Historiker im Dienst der Hansestadt tätig. Quelle: Fotos: Lutz Roeßler/wolfgang Maxwitat

 Im Raum „La Rochelle“ des Museums kam gestern ein illustres Völkchen zusammen, um ihn zu verabschieden: Vorsitzende von Stiftungen wie Max Schön (Possehl) und Frank Schumacher (Gemeinnützige Sparkassenstiftung), Museumsleiter, der frühere Kultursenator Ulrich Meyenborg, Wissenschaftsmanagerin Iris Klaßen, der ehemalige Umwelt- und Innensenator Bernd Möller und viele mehr.

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Offizielle Entlassung aus dem öffentlichen Dienst: Kultursenatorin Kathrin Weiher überreicht Rolf Hammel-Kiesow die Entlassungsurkunde. Seit 1978 war der Historiker im Dienst der Hansestadt tätig.

„Danke für die unkomplizierte und herzliche Zusammenarbeit.“Dr. Felicia Sternfeld

Besonders hoch war gestern jedoch die Dichte der Professoren aus dem In- und Ausland.Gastgeberin Dr. Felicia Sternfeld, Direktorin des Hansemuseums, hatte anlässlich der offiziellen Entlassung aus dem öffentlichen Dienst ein Festkolloquium mit Gastrednern organisiert. Doch zunächst hatten die lokalen Größen das Wort – und die waren voll des Lobes über den künftigen Pensionär. In der relativ kurzen Zeit der Zusammenarbeit, so Sternfeld, habe sie Hammel-Kiesows Neugier und Offenheit für neue Ideen besonders schätzen gelernt. Er habe großen Anteil daran, dass das Hansemuseum nur gut ein Jahr nach der Eröffnung „ein lebendiger Ort“ sei. Sie könne sich nur für die „unkomplizierte und herzliche Zusammenarbeit“ bedanken.

Kultursenatorin Kathrin Weiher indes, Kraft ihres Amtes Vorgesetzte des Professors, hat bislang nicht sehr viel mit ihm zu tun gehabt, wie sie bedauerte. Also hat sie sich bei Mitarbeitern des Hansemuseums umgehört und drei Dinge erfahren: „Hervorragender Geist, echte Klugheit, wunderbarer Mensch“. Wenn das Mitarbeiter über einen Chef sagten, so die Senatorin, sei das mehr als ein Lob.

Darüber hinaus habe er es bestens verstanden, die Wissenschaft auch allgemeinverständlich weiterzugeben. Weiher: „Das ist nicht jedem gegeben.“

Einer, der Rolf Hammel-Kiesow über Jahre hinweg im Archiv der Hansestadt als Kollegen erlebt hat, ist Archivleiter Dr. Jan Lokers. Er lobte den künftigen Pensionär, weil er vom versierten Historiker zum „hervorragenden Historiker-Archivar“ geworden sei und sich vor keiner Arbeit im Archiv gescheut habe. Lokers: „Es gab viele Anfragen aus der Bürgermeister-Kanzlei, ob irgendeine abseitige Stadt Hansestadt war.“ Fragen, die sich nie wirklich beantworten ließen, aber Hammel-Kiesow habe eine salomonische Antwort gefunden: die Städte seien „hansisch zugewandt“ gewesen. Lokers merkte auch an, dass es der dritte Abschied Hammel-Kiesows sei: 2014 wurde er aus dem Archiv verabschiedet und mit einer Festschrift geehrt, 2015 habe er das Archiv auch physisch verlassen. „Heute nun die dritte Verabschiedung – daran sieht man: Die Trennung fällt schwer.“ Damit Hammel-Kiesow jedoch auch künftig stets einen Platz im Archiv findet, bekam er von Lokers einen weißen Klappstuhl überreicht.

Den Reigen der Festvorträge eröffnete Prof. Oliver Auge von der Uni Kiel mit „Die Hanse und die Schwaben“, für eine Überraschung sorgte die Familie des vierfachen Vaters Hammel-Kiesow mit einem musikalischen Intermezzo.

Seit 1978 in Lübeck

Rolf Hammel-Kiesow wird vor 67 Jahren in Bad Cannstadt geboren. Er studiert in Heidelberg Geschichte, Germanistik und politische Wissenschaften.

1978 wird er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hansestadt, 1993 Leiter der Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und des Ostseeraums. Seit 1994 hat er einen Lehrauftrag an der Uni Kiel, seit 2008 ist er Honorarprofessor.

2010 wird er Vorsitzender des Hansischen Geschichtsvereins, zudem ist er Wissenschaftlicher Leiter des Hansemuseums.

 Sabine Risch

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