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Lübeck Der Herbst zeigt sein fröhliches Gesicht
Lokales Lübeck Der Herbst zeigt sein fröhliches Gesicht
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22:27 18.10.2013
Der dreijährige Makaio vergnügt sich in den bunten Blättern auf der Falkenwiese. Quelle: Fotos: Cosima Künzel

Bunte Blätter einsammeln, hochwerfen und glucksen vor Glück. Das kann der dreijährige Makaio ein Dutzend Mal machen und dabei so froh und weltvergessen sein, wie es nur ein Kind kann. Zwischendurch erzählt er von Blättern, die orangerot sind „wie die Sonne“. Oder von der Laubkrone, die Mama für ihn gemacht hat. Doch nicht jeden Lübecker machen die fallenden Blätter so glücklich.

„Im Herbst beginnt für die Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe eine zusätzliche Jahreszeit“, sagt EBL-Sprecherin Cornelia Tews und meint damit den Hochbetrieb bei der Fahrbahn- und Gehwegreinigung.

Denn im Herbst fallen rund tausend Tonnen Laub auf Lübecks Straßen an. „Um das Arbeitspensum in dieser Zeit zu schaffen, verwenden die Entsorgungsbetriebe Gebläse, die das Laub von Baumstreifen, Geh- und Radwegen zu großen Haufen zusammenblasen.“ Die Abfuhr erfolgt laut Tews dann mit einem Laubsauger oder per Lkw mit Kranaufsatz.

Carina Meyer nimmt für das Aufsammeln Hände und Harke. „Das Laub ist zwar schön, aber nass auch sehr gefährlich“, sagt die 31-Jährige und drückt das gelbbraune Sammelsurium in die braune Tonne.

Obwohl nur ein kleiner Baum und ein Strauch auf dem Grundstück stehen, kommt viel rutschiges Blattwerk zusammen. Meyers Sorge gilt dabei vor allem den älteren Menschen in der Zietenstraße. „Hier gehen viele Senioren zum Einkaufen entlang. Wenn jemand fällt, wäre das schlimm“, erklärt die Lübeckerin, die sich über die Hilfe von Tochter Leonie (6) freut.

Doch nicht nur das Zusammenkehren übernimmt das Duo gemeinsam. Sie haben auch schon Blätter gepresst, auf Tonpapier geklebt und Opa geschenkt. „Zum Geburtstag“, sagt Leonie, für die das Basteln wohl die schönere Aufgabe war. Aber auch das Harken ist in knapp 90 Minuten vorüber und mit weiteren zwei bis drei Malen für diesen Herbst erledigt, schätzt Meyer. „Außerdem freue ich mich, wenn ich nachher aus dem Fenster schaue, und alles ist wieder schön sauber.“

Ulrike Strauß-Kowalski hat in der Moltkestraße deutlich mehr zu tun. „Die große Birke, der Nussbaum, der Ahorn, da kommt einiges zusammen“, sagt die Lübeckerin, die derzeit etwa alle zwei Tage zum Besen greift. Verärgert ist Strauß-Kowalski darüber aber nicht. „Ich sehe es positiv: Für mich ist das Fitnesstraining.“ Auf ihrem einstündigen Programm steht nicht nur der Garten hinterm Haus, sondern auch der Rad- und Gehweg davor. Denn die Entsorgungsbetriebe kommen hier zwar zwei Mal wöchentlich, doch für die Bewältigung der Laubmenge reiche das nicht, sagt die Anwohnerin. Das betont auch Cornelia Tews. „In dieser Zeit bitten wir die Bürger um Mithilfe — so wie dann auch bei Eis- und Schnee im Winter, wo es in der Regel auch hervorragend klappt.“

Laubkehren ist Pflicht
Laut Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL) gehört die Laubbeseitigung von öffentlichen Verkehrsflächen zur allgemeinen Reinigungspflicht. Sicherheit spiele dabei eine große Rolle, betont die EBL, die eine Reinigung in vollem Umfang nicht in allen Straßen übernimmt. Inwieweit Grundstückseigentümer verantwortlich sind, steht im Verzeichnis der Reinigungsklassen (www.entsorgung.luebeck.de).

Mehr Infos unter Telefon 04 51/707 66 00.

Cosima Künzel

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