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Lübeck Der Hirsch aus der Ur-Nordsee
Lokales Lübeck Der Hirsch aus der Ur-Nordsee
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10:42 09.08.2017
Andreas Malchow zeigt den kleinen Hirschknochen. Quelle: Foto: Timo Jann

Wale, die vor Millionen Jahren in der Ur-Nordsee lebten – dafür ist Groß Pampau unter Paläontologen weltweit bekannt. Aber jetzt hat das Grabungsteam einen merkwürdigen Knochen entdeckt, der so gar nicht ins Konzept passt. 28 Millimeter ist er groß und gehört ganz sicher nicht zu einem Meereslebewesen.

„Wahrscheinlich stammt er von einem Paarhufer, wohl einem Vorgänger der heutigen Hirsche“, erklärt Gerhard Höpfner. Der Lübecker leitet das Grabungsteam, das im Auftrag des Lübecker Museums für Natur und Umwelt offiziell in der Grube aktiv ist.

Gefunden hat den Knochen Andreas Malchow, der dem Grabungsteam seit Jahren angehört. „Wir haben erstmal recherchieren müssen, was es sein könnte“, sagt er. „An der Stelle kann man mit einem Landsäugetier eigentlich nicht rechnen.“ Jetzt sollen Experten den Knochenfund klassifizieren.

Da der Knochen im Umfeld der Stellen, wo zuletzt die Walknochen entdeckt wurden, ausgegraben wurde, liegt es nahe, dass er ähnlich alt ist wie die Wale – also elf Millionen Jahre. Damals war das heutige Groß Pampau von 40 Metern Wasser der Ur-Nordsee bedeckt. Der Kadaver des verendeten Hirsches dürfte also weit abgetrieben worden sein.

1984 war das erste Walskelett freigelegt worden. Seitdem gibt es immer neue Funde. Einen 2016 von Wolfgang Höpfner aufgespürten Wal hat Grabungsleiter Gerhard Höpfner in mehr als 800 Stunden konserviert und Hunderte Knochenfragmente wieder zusammengefügt.

Am 26. August, zur Nacht der Museen in Lübeck, wird das Walskelett erstmals im Museum für Natur und Umwelt (Musterbahn 8) öffentlich gezeigt. D urch das Grabungsteam werden immer wieder auch Muscheln, Schnecken oder andere Lebewesen der Ur-Nordsee geborgen. „Wir hoffen, dass das Museum bald die räumlichen Möglichkeiten bekommt, all unsere Funde auch entsprechend präsentieren zu können“, sagt Gerhard Höpfner.

 tja

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