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Lübeck Der Klimaschutz in Lübeck ist lahmgelegt
Lokales Lübeck Der Klimaschutz in Lübeck ist lahmgelegt
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09:12 15.11.2013
Lübeck

Lübeck hat beim Klimaschutz ehrgeizige Ziele. Bis 2015 will die Stadt die Emissionen aus Privathaushalten um mindestens zehn Prozent senken. Ein konkretes Maßnahmenpaket hat die Bürgerschaft vor einem Jahr mit großer Mehrheit beschlossen. Ein jetzt vom Klimaschutzbeauftragten Andreas Fey vorgelegter Zwischenbericht zeigt: Die Bemühungen kommen derzeit nicht recht voran.

Grund: Die im Februar vergangenen Jahres eingestellte Klimaschutzmanagerin Wiebke Güldenzoph hat sich wegbeworben. Seit August 2012 ist ihre Stelle, die aus Bundesmitteln finanziert wird, nicht mehr besetzt. Und das hat Konsequenzen für Lübecks Klimaschutz. Die Schärfung des Umweltbewusstseins in der Verwaltung, die Überzeugungsarbeit in Sachen Klimaschutz für Hotelbetreiber, die Bemühungen im Gewerbegebiet Genin, einen Gewerbepark ohne umweltschädliche Emissionen zu schaffen, und die Kampagne „Persönlicher Fußabdruck“, mit der Bürger für den Klimaschutz sensibilisiert werden sollen, können nicht geleistet werden. Auch das Projekt „Solaranlagen auf kommunalen Dächern“ kommt nicht recht vom Fleck. Während auf dem Dach der Musik- und Kongresshalle (MuK) im Juni eine neue Photovoltaik- Anlage eingeweiht wurde, „musste die Installation von Anlagen auf städtischen Dächern aufgrund fehlender personeller Ressourcen bislang zurückgestellt werden“.

Als Erfolge gelten das Stadtradeln, bei dem Radler in drei Wochen rund 200 000 Kilometer strampelten statt Auto zu fahren und der Atmosphäre 29 Tonnen Kohlendioxid zuzumuten, und die Erstellung des Lübecker Heizspiegels. Dass die „substanziellen Maßnahmen für die Atmosphäre“ an der Stellenbesetzung einer Klimamanagerin hängen, wundert den Vorsitzenden des Umweltausschusses, Hans-Jürgen Schubert. „Ich dachte immer, die Klimaschutzleitstelle macht die konkrete Arbeit, während die Managerin die Konzepte schreibt“, sagt der Grünen-Politiker. „Konkrete Maßnahmen müssen Vorrang haben“, fordert Schubert, dem die Umsetzung zu langsam vonstatten geht. Er fordert eine personelle Aufstockung der Klimaschutzleitstelle.

„Der Klimaschutzbeauftragte ist mit der Lösung übergreifender Fragestellungen, Öffentlichkeitsarbeit und Aktualisierung sowie Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes befasst“, erklärt Umweltsenator Bernd Möller (Grüne). Möller und Fey gehen davon aus, dass die Stelle der Klimaschutzmanagerin zum 1. Januar 2014 wieder besetzt ist.

dor

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