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Lübeck Der Künstler mit der Kettensäge
Lokales Lübeck Der Künstler mit der Kettensäge
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20:40 30.05.2016
Auch Pferd und Zauberer hat Ralf Schott aus Baumstämmen gesägt.

Passanten bleiben stehen und schütteln mit dem Kopf, Autos fahren langsamer. Der Grund: In Ralf Schotts Vorgarten liegt ein meterlanges Krokodil auf dem Rasen. Ab und zu sitzt dort ein Uhu, ein Pinguin kommt zu Besuch – oder ein großer Igel macht es sich gemütlich. Und vor dem Haus grüßt ein übergroßer Hippie aus einem großen Ahornstamm. Die zumeist tierischen Kunstwerke sind alle aus Holz geschnitzt – und zwar mit der Kettensäge.

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Der Lübecker Ralf Schott arbeitet für den Bereich Stadtgrün und Verkehr – In seiner Freizeit macht er aus Baumstämmen Kunstwerke.

„Chainsaw carving“ nennt sich die Kunst, aus Baumstämmen wahre Kunstwerke zu machen. Ein lautes Hobby, eines, das Ralf Schott deshalb auch nicht im Garten seines Hauses ausübt. „Dafür habe ich einen Platz auf dem Lande gefunden, wo niemand gestört wird“, sagt Schott, der als Abteilungsleiter für Planung, Entwurf und Verfahren beim Bereich Stadtgrün und Verkehr der Stadt Lübeck tätig ist. Bereits seit 2003 greift Schott zur Kettensäge, macht aus Eichen-, Robinien- und Kirschstämme Tierfiguren, Abstraktes oder menschliche Figuren. Er schneide ja nur das weg, was nicht zur Skulptur gehöre, sagt Schott und lächelt. Manchmal stehe er vor einem Stamm und prophezeit gegenüber seinen verblüfften Kollegen, was aus dem Holz einmal wird. So war das auch mit dem langen Krokodil, verrät der Sägenmann, der gewissermaßen aus der gewachsenen Struktur des Holzes das spätere Schnitzwerk erkennt.

Momentan arbeitet der Mann mit der Kettensäge an einem Hund für die Siedlergemeinschaft Dornbreite. Das Werk soll auf der Humboldt-Wiese an der Hundefreilauffläche aufgestellt werden. Ein weiteres Projekt soll in der Heimstättensiedlung am öffentlichen Kinderspielplatz (Heidebrink) verwirklicht werden. Dort steht eine abgestorbene Kirsche. „Die Mitarbeiter der Baumpflege haben nur die Äste gestutzt, der Stamm ist verabredungsgemäß stehengeblieben“, erzählt Schott. „Daraus möchte ich in den nächsten Monaten eine Skulptur machen, die mehrere Bären zeigt. Details dazu ergeben sich erst beim Arbeiten, da der Stamm schon Fehlstellen aufweist, auf die ich beim Schnitzen eingehen muss.“

Durch seinen Vater war Schott schon früh zum Basteln und Werken mit Holz gekommen. Später hat der 59-Jährige auch Möbel nach eigenem Entwurf gebaut und im Jahre 2003 begonnen, mit der Kettensäge zu schnitzen. Inzwischen nennt der Lübecker eine umfangreiche Maschinenausstattung mit immer noch wachsender Tendenz sein Eigen. Verarbeitet werde vorrangig Eichenholz, Robinie und Kirsche in Stärken ab 40 Zentimetern Stammdurchmesser für die Aufstellung im Freien. Für Innenräume greift Schott gern zu Linde, Ahorn, Esche oder Buche. „Das ist ein sehr schöner, körperlicher Ausgleich zur Büroarbeit.“

Und leicht ist die Arbeit nicht. Schotts leichteste Kettensäge wiegt etwa fünf Kilogramm.

• Weitere Informationen über den Mann mit der Säge unter www.travesaeger.de.

jac

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