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18:19 30.01.2016
Matze Knop macht „auf dicke Hose“. Damit meint er aber mehr als nur „protzen“. Es soll um eigene Träume gehen.

Im Trailer zu Ihrer neuen Show, mit der Sie heute Abend im Lübecker Kolosseum auftreten, gibt es Szenen im Wüstensand. Waren Sie auch — wie einige Bundesligisten in der Winterpause — zur Vorbereitung in Doha?

Matze Knop: Ich war in Katar, aber schon während der Handball-WM vor einem Jahr. Und ich wollte herausfinden, ob das Land auch für eine Fußball-Weltmeisterschaft geeignet ist.

Wie fällt Ihr Urteil aus?

Knop: Das Ergebnis kann man in meiner Show sehen.

Verraten Sie doch schon mal ein bisschen . . .

Knop: Schlecht ist das da nicht.

Das Wetter, der Reichtum, das Öl?

Knop: Alles. Wenn man zum Beispiel sieht, wie nah die Stadien zusammen sind — man braucht eigentlich nur einen einzigen Parkplatz, um drei Spiele sehen zu können. Das ist doch perfekt.

Haben Sie sich schon ein Kartenkontingent beim Scheich gesichert?

Knop: Nein, wahrscheinlich reicht eine Karte aus, um alle Spiele sehen zu können, weil so viele Sitzplätze frei bleiben werden.

Durch Ihre Fußballer-Parodien sind Sie Bestandteil der Bundesliga geworden. Wenn nun Bayern München den Trainer austauscht — wirft Sie das zurück?

Knop: Nein. Guardiola wird noch ausgekostet, und Ancelotti ist natürlich in der Warteschleife. Den muss man erstmal näher kennenlernen, und bis man dann die Parodie auf die Straße bringt, vergehen so immer zwischen zwei bis sechs Wochen.

Wenn Sie ihren Konterfeis live begegnen — wie fällt die Reaktion aus?

Knop: Die meisten freuen sich, sind gut gelaunt und können gut damit umgehen. Wir versuchen auch immer darauf zu achten, dass es nicht zu böse wird. Der Prominente gibt immer selbst vor, wie weit ich gehen darf. Wenn er zum Beispiel über sein Privatleben spricht, erwarten die Zuschauer, dass ich das dann auch mache.

Haben Sie einen Lieblingsverein?

Knop: Wenn dann Paderborn, da dies nur 25 Kilometer von meiner Heimatstadt Lippstadt entfernt liegt. Früher war ich auch Reporter für Arminia Bielefeld. Bei den Erstliga-Vereinen habe ich das Problem, dass ich inzwischen so viele Spieler kenne. Wenn die dann gegeneinander spielen, gönnt man es beiden Teams.

Aus ihrer Heimatstadt Lippstadt kommen auch die Rummenigge- Brüder Michael und Karl-Heinz. Hatten Sie noch keine Lust, ihre westfälischen „Nachbarn“ ebenfalls zu imitieren?

Knop: Nein, ich fasse das mal unter dem Begriff Artenschutz zusammen.

Kennen Sie denn Spieler vom VfB Lübeck?

Knop: Ich muss zu meiner Schande gestehen — noch nicht. Aber vor meinem Auftritt in Lübeck werde ich mir den Kader wohl mal anschauen, um möglicherweise auch Lokalmatadoren auf die Bühne bringen zu können.

Wissen Sie denn als Fußballkenner, in welcher Liga der VfB momentan spielt?

Knop: Nein.

Regionalliga Nord . . .

Knop: Lippstadt hat da auch vor Kurzem noch gespielt . . . schon ein bisschen ernüchternd.

Sind Sie durch die Fußball-Millionäre auf Ihren aktuellen Programm-Titel „Diagnose Dicke Hose“ gekommen?

Knop: Nee. Es ist eher eine Fortsetzung meiner Reihe „Operation Testosteron“. Viele, die ich parodiere, machen auf „dicke Hose“ — klar. Aber es geht darum, dass ich mit dem Begriff nicht so sehr die materielle Seite meine, sondern eher die persönliche Haltung. Das heißt: Ich mache das, was ich möchte, nicht das, was andere von mir erwarten.

Wenn Sie schon nicht den VfB näher kennen — sicher sagt Ihnen die berühmte Lübecker Vollmilchschokoladen-Spezialität etwas . . .

Knop: Marzipan, nicht Schokolade. Sie wollen mich wohl aufs Glatteis führen. Ich kenne mich in Lübeck durchaus aus.

Wie kommt‘s?

Knop: Ich war schon öfter da, auch privat. Denn meine Cousine ist mit jemandem aus Lübeck verheiratet.

Und wie haben Sie das Lübecker Publikum in Erinnerung?

Knop: Es ist unglaublich sympathisch, ungeheuer differenziert, intellektuell — und wenn nötig auch mal prollig, einfach bunt gemischt. Ein Publikum, vor dem ich unglaublich gerne auftrete.

Das „prollig“ streichen wir aber lieber. Schließlich haben die Norddeutschen immer eine gewisse Eleganz.

Interview: Michael Hollinde

Mit dem Kaiser ging es los
Matze Knop wuchs in Lippstadt auf. Journalistisch betätigte er sich erstmals bei Radio Bielefeld, wo er sich zum Hörfunkredakteur ausbilden ließ. Zusätzlich absolvierte der heute 41-Jährige an der Universität Dortmund ein Journalistikstudium. Erste Medien-Bekanntheit erlangte Knop mit der Comedy-Figur „Richie“. Zu Beginn der 2000er-Jahre war er dann auch im TV zu sehen. Mit der Rolle als Franz Beckenbauer eröffnete er den Reigen seiner zahlreichen Fußballerparodien — während der WM 2006 trat er als „Kaiser“ auf.
Sein Bühnenprogramm, mit dem er heute ab 19 Uhr im ausverkauften Kolosseum auftritt, trägt den Titel „Diagnose Dicke Hose“. Es werde eine „multi-sexuelle Show-Therapie für Männer und Frauen, die einfach mehr vom Leben wollen“. Dabei schlüpft Knop sowohl in die Rolle des Therapeuten als auch die des Patienten. Das Programm sei „ein lebensnaher Betriebsausflug der Praxisgemeinschaft rund um Knop, Kloppo, Kult-Kaiser und andere Therapiewillige“.

LN

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