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Lübeck Der Mörder schlägt erst zum Ende zu
Lokales Lübeck Der Mörder schlägt erst zum Ende zu
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21:16 31.08.2013
Beobachtet ihre Umwelt: Krimi-Autorin Magda Sorour, vielen Lübeckern als ehemalige Schulleiterin bekannt. Quelle: Foto: Oda Rose-Oertel

Man könnte Magda Sorour schlicht für eine liebenswürdige Grundschullehrerin im Ruhestand halten und es dabei bewenden lassen. Doch das würde der 66-Jährigen nicht gerecht. Denn hinter ihren Brillengläsern funkelt es bisweilen kaum merklich. Dann hat die ehemalige Rektorin der Lübecker Grundschule Falkenfeld wieder eine Idee — für einen Mord.

Die unnatürlichen Todesfälle, von denen hier die Rede ist, geschehen allerdings nur in den Krimis der Autorin. Obwohl einige von ihnen durchaus einen realen und zum Teil historischen Bezug haben. Die 24 kriminellen Kurzgeschichten ihrer jetzt veröffentlichten Sammlung „Delikate Delikte — geschehen in Norddeutschland“ sind meist in Schleswig-Holstein angesiedelt. Denn „hier hat sich viel abgespielt, gerade auch in Adelskreisen“, weiß sie.

Die historischen Mordfälle hat die gebürtige Flensburgerin nach eigenem Gusto weitergesponnen. Und die sagenumwobene Figur Till Eulenspiegel transportiert sie mal eben ins frühere Reinfelder Kloster, wo der Narr Zuflucht sucht, nachdem er für Ärger um Lübecker Weinfässer gesorgt hat.

Bei den Geschichten hingegen, die im Hier und Jetzt spielen, lasse sie sich vom Alltag inspirieren, „ich beobachte meine Mitmenschen“, sagt Magda Sorour.

Seit fünf, sechs Jahren erst schreibt sie Kurzkrimis. „Freude an der Sprache hatte ich immer“, sagt sie. „Aber Beruf, Haus und zwei Kinder ließen mir früher keine Zeit zum Schreiben.“ Im Ruhestand änderte sich das. Ermutigt durch andere Autoren in ihrem Bekanntenkreis und ihre Familie, reichte sie schließlich erste Geschichten bei Wettbewerben ein, freute sich über erste Veröffentlichungen in Anthologien. Sie begann mit Lesungen im kleinen Zuhörerkreis, gern musikalisch begleitet von ihrem Sohn, dem Cellisten Daniel Sorour. Und gern auch in Restaurants.

„Da boten sich dann kulinarische Bezüge an“, erklärt die Autorin. Das selbst gestaltete Titelbild ihres Buches zeigt einen roten Apfel, durchstoßen von einem scharfen Messer. Es ist eine Anspielung auf ihre Geschichte „Kochkunst“. Dazu passt auch ihre Teilnahme am Reinfelder „Literatur-Frühstück-Picknick“ im Rahmen von „Lesart“ am 15. September (Frühstück um 10 Uhr, Lesungen ab 11 Uhr) in der Alten Schule.

Ihre Geschichten seien „realistisch“, sagt Magda Sorour. Ihr Interesse gelte den Charakteren. „Ich will ihre Handlungen nachvollziehbar machen“, so die 66-Jährige. Die Morde passierten darum meist am Ende der Geschichte.

oro

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