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Lübeck Der Rosengang lädt ein
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20:23 13.05.2016
Bastelstunde vor den Haustüren, v. l.: Corinna Kurtz, Leif Baumgarten, Regina Kudsk, Marie-Therese Müller, Gudrun Neuper und Martin Gosch falten bunte Rosen. Quelle: Maxwitat

Schmal ist er, der Eingang zum Rosengang. Kleine weiße Häuschen rechts und links, neben den Türen Pflanzen, von einer Gangseite zur anderen Rosen, die derzeit noch nicht blühen, aber schon bald dem Namen des Gangs alle Ehre machen werden. Von weither hinten erklingen Stimmen, das Klappern von Kaffeegeschirr – und herzhaftes Lachen. Bei Kaffee und Kuchen sind die Bewohner zusammen gekommen, um sich auf das Event des Jahres vorzubereiten: das Hansekultur-Festival vom 20. bis 22. Mai.

Ganze sechs „Vollzeit“-Bewohner hat der Rosengang, der von der Rosenstraße abzweigt. Die übrigen Häuser sind Zweit- oder Ferienwohnungen. Alle sechs machen mit, nachdem Gudrun Neuper (51) den Hinweis auf die erwünschte Beteiligung der Altstadt-Bewohner am Festival gesehen und Regina Kudsk (47) angesprochen hatte. Und die setzte gleich alle Hebel in Bewegung, motivierte die übrigen Rosengang-Bewohner. „Alle haben Ja gesagt“, erzählt sie stolz, und irgendwer am Tisch sagt scherzhaft: „Wir hatten ja keine andere Wahl!“ Allerdings betont Leif Baumgarten (23): „Wir kommen hier alle gut miteinander aus.“

Beim Hansetag 2014 hat Gudrun Neuper erste Erfahrungen gemacht – als Gastgeberin im Rahmen des „Lübeck-Salons“. Da seien zwei Engländerinnen zu Besuch gewesen, „es war eine wirklich schöne Gesprächsrunde“. Jetzt wollen die Rosengängler, zu denen noch Corinna Kurtz (45), Martin Gosch (46) und Marie-Therese Müller (23) gehören, „in erster Linie Gastgeber sein und zum Klönschnack einladen“, wie Kudsk erklärt.

Aber natürlich haben sie sich Gedanken gemacht, wie sie den Nachmittag gestalten wollen. „Als ich hierher zog“, sagt Regina Kudsk, „wollte ich wissen, wo ich wohne, deshalb habe ich angefangen, über den Gang zu recherchieren.“ Im Archiv und in der Stadtbibliothek sammelte sie Historisches über den Rosengang, aber auch Anekdoten und Bilder. Der Gang, 1589 gegründet, habe einiges zu bieten. In den Fenstern der Häuser werden von Freitag bis Sonntag Fotos aus früheren Zeiten gezeigt, zudem haben die heutigen Bewohner herausgefunden, wer im Jahr 1815 in den „Buden“ gewohnt hat. Bei der Gelegenheit räumen die Gangbewohner auch mit einigen Vorurteilen auf, zudem gibt es diverse Überraschungen. Vorerst sei nur verraten, dass Medizinstudentin Marie-Therese als Bauchladen-Verkäuferin auftreten wird und Produkte rund um die Rose feilbietet.

Regina Kudsk ist es auch, die nach der Kaffeestunde die Bastelrunde einläutet. Da noch keine Rosen blühen, müssen eben welche gebastelt werden. Aus dem Internet hat sie sich eine Anleitung geholt, nun werden lila- und orangefarbene Papierservietten sorgsam gefaltet, gebunden und dann filigran auseinandergezupft. Die beiden Herren im Sextett, Leif und Martin, zieren sich erst ein wenig, doch dann machen auch sie mit. „So an die 100 Rosen sollen es schon werden“, sagt Regina Kudsk, denn die Papierblumen sollen den Gang überspannen.

Ein paar Tage haben die Bewohner des Rosengangs ja noch Zeit. Martin Gosch will sich rechtzeitig vorher noch die Anekdoten anlesen, aber einen Anspruch auf Perfektion erhebt keiner. Gudrun Neuper erklärt: „Wir wünschen uns ganz einfach einen netten Austausch.“ Den muss es einfach geben. Und vielleicht, so hoffen die sechs Gastgeber, kommen ja auch einige frühere Bewohner zum Klönen vorbei.

Die Ausstellung ist von Freitag, 20. Mai, bis Sonntag, 22. Mai, zu sehen, der Klönschnack findet Sonnabend von 13 bis 18 Uhr statt, am Sonntag um 16 Uhr wird Gudrun Neuper aus „Überraschungs-Romanen“

lesen.

Die kleinen Events

Das Hansekultur-Festival lebt nicht nur von den großen Veranstaltungen, sondern auch von den vielen kleinen Aktionen.

Straßenfeste: Die Große Burgstraße lockt jeweils ab 11 Uhr mit Aktionen und Live-Musik im Tonfink, Sonnabend feiert die Glockengießerstraße ab 11 Uhr, Sonnabend und Sonntag ist ab 11 Uhr auch die Pfaffenstraße mit Tanz und Kulinarischem vertreten, die Clemensstraße präsentiert sich jeweils ab 11 Uhr mit Musik und Multi-Kulti-Darbietungen; Flohmarkt, Kaffee und Kuchen sowie Blasmusik bieten die Anwohner der Alsheide an allen drei Tagen ab 12 Uhr.

Gangfest ist am Sonnabend ab 11 Uhr auch im Birnenbaumhof im Vereinigungsgang (Rosenstraße) angesagt – mit Kaffeetafel, Live-Musik und Basteln.

Die Kleine Burgstraße 31/Linhöfs Gang 4 bietet im veganen Café Sonnabend und Sonntag ab 12 Uhr Musik, Videoprojektion und eine Ausstellung. In der Kleinen Burgstraße 2 zeigt Doreen Marr Freitag ab 16, Sonnabend und Sonntag ab 12 Uhr Bilder und Holzskulpturen.

Sabine Risch

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