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Lübeck Der Schafsberg wird zum Spielplatz der Generationen
Lokales Lübeck Der Schafsberg wird zum Spielplatz der Generationen
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20:25 28.10.2013
Kati Wullbieter (39, v. l.) schaut zu, wie Tochter Emilia (6) und Christa Stüber (66) das erste Spielgerät testen.

Der Schafsberg heißt jetzt Humboldtwiese, und zur Feier des Tages sind Dutzende in die Straße Dornbreite gekommen. Gäste aus der Nachbarschaft sowie Vertreter von Stadt, Kirche, Stiftungen, Firmen und Wissenschaftsmanagement feierten die Enthüllung des Grundsteins und die Einweihung eines künftigen Mehrgenerationen-Spielplatzes.

„Wir haben uns schon seit Jahren einen Spielplatz für Dornbreite gewünscht, jetzt können wir ihn endlich realisieren“, freut sich Friedhelm Anderl als Stadtteilkoordinator und Initiator. Als erstes „Spielgerät“ ist der Stepper aus dem Wissenschaftsjahr 2012 aufgestellt worden, der im Gemeinschaftshaus zwischengelagert war. Das Experimentiergerät soll ein Sinnbild dafür sein, dass über Sport und Spiel die Begegnung zwischen den Generationen verstärkt wird.

In diesem Sinne gehören Christa Stüber (66) und Emilia (6) zu den ersten Testern und haben ihren Spaß. „Ich finde die Idee eines Spielplatzes für junge und alte Menschen prima“, sagt die Seniorin und hat „an diesem Ende der Straße“ schon lange so etwas vermisst. Waltraud Reuter (83) beobachtet das Geschehen aus der Distanz. Sie staunt, was aus der einstigen Viehweide geworden ist. „Wenn sich alle vernünftig benehmen, kann es was werden“, sagt die alte Dame, die seit 80 Jahren in der Straße wohnt.

An vergangene Zeiten erinnert auch Pastor Martin Schultner von der Paul-Gerhardt-Gemeinde St. Lorenz Nord. In seiner Morgenandacht unter freiem Himmel erzählt er von Rodeltagen, Fahrradtouren, verbotenen unterirdischen Höhlen, Drachenfesten oder Mai-Feuern. Außerdem weiß er zu berichten, dass Gartenarchitekt Harry Maasz vor etwa hundert Jahren einen Volkspark anlegen wollte. Dieser sollte, laut Schultner, an der Krempelsdorfer Allee beginnen, bis zum Schafsberg reichen und Menschen aller Altersklassen als Naherholungsgebiet dienen. Das Ganze wurde aus Kostengründen 1920 eingestellt.

„Aber heute sind wir Zeugen einer Verwirklichung solcher Träume.“

Das Projekt Mehrgenerationen- Spielplatz Humboldtwiese soll von der Interessengemeinschaft Dornbreite in Kooperation mit dem Wissenschaftsmanagement Lübeck realisiert werden, und Iris Klaßen betont die Notwendigkeit der Stadtteilarbeit. „Wir können nicht erwarten, dass die Menschen in die Hörsäle kommen, wir müssen Wissenschaft zu ihnen bringen“, sagt die Wissenschaftsmanagerin der Stadt.

Dementsprechend solle auch das Wissen der Menschen wertgeschätzt und ihre Ideen für die Humboldtwiese aufgenommen werden. Die Interessengemeinschaft plant Gespräche in den kommenden Wochen, und die Bürger beweisen mit Kuchen- und Grillstand, Kinderspielen und Musik schon jetzt ihr Engagement.

Nach Meinung des stellvertretenden Stadtpräsidenten, Klaus Puschaddel, könne der neue Grundstein im positiven Sinn auch als Stein des Anstoßes verstanden werden. „Einen Reihe von Menschen hat hier etwas sehr Erstaunliches angestoßen, was es so bisher noch nicht gibt.“

Stepper und Stein
Im Rahmen des Wissenschaftsjahres konnte jeder Lübecker Stadtteil ein Experimentiergerät wählen, das auch zu den dort lebenden Menschen passt. Die Bürger in St. Lorenz Nord hatten sich für einen Partnerstepper ausgesprochen, der das erste Spielgerät für einen Mehrgenerationen-Spielplatz sein soll. Für weitere Objekte hofft die Interessengemeinschaft nun auf Spender und Sponsoren. Der Grundstein in Form eines 3,4 Tonnen schweren Granit-Findlings ist bereits von der Possehl-Stiftung gestiftet worden.

Cosima Künzel

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