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Lübeck Der Sternmarsch der Kitakinder
Lokales Lübeck Der Sternmarsch der Kitakinder
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14:46 21.09.2017
Hunderte Mädchen und Jungen auf dem Weg durch die Stadt, Pastorin Luise Stribrny de Estrada begleitete die Kinder. Quelle: Fotos: Lutz Roessler
Innenstadt

Von den großen Innenstadt-Kirchen Dom, St. Petri, St. Aegidien und St. Jakobi ausgehend, marschierten die Kinder mit ihren Begleitern und den Lübecker Pastoren in einer Art Protestzug zur Marienkirche. Dort wurden die jungen Demonstranten mit Glockengeläut zum abschließenden Festgottesdienst empfangen.

„Machs wie Martin“ – Unter diesem Motto fand gestern Morgen anlässlich des Weltkindertages und des 500-jährigen Jubiläums des Thesenanschlages von Martin Luther ein Sternmarsch des Kitawerkes Lübeck durch die Innenstadt statt. Rund 520 Kinder waren dabei.

In der Kirche erwartete die jungen Menschen eine von Pastorin Dörte Eitel bunt gestaltete Veranstaltung mit viel Musik und einer szenischen Aufführung von Schülern der Ludwig Fresenius Schulen, die von den jungen Teilnehmern begeistert verfolgt wurde.

Als Höhepunkt des Tages durften die kleinen Protestler – wie Martin Luther 500 Jahre zuvor– ihre eigenen „Thesen“ und Beschwerden symbolisch an eine Tür anschlagen. „Ich finde es doof, dass es in unserer Kita keinen Nachtisch gibt“, lautete beispielsweise die Beschwerde von Elisabeth. Aber auch globale Forderungen nach dem Ende von Kriegen und Ungerechtigkeiten insbesonder gegenüber Kindern wurden an der Tür befestigt. Zum Abschluss überreichten die Mädchen und Jungen ein dickes,von „Kita-Mutter“ Ute Schneider gestaltetes „Beschwerdebuch“ mit Forderungen, das von Marien-Pastor Robert Pfeifer entgegengenommen wurde. Er versprach den Kindern, ihr Werk für jeden Besucher der Marienkirche gut sichtbar zu präsentieren. Nach dem gespendeten Segen durch den Pastor bekamen die Kleinen ein besonderes Segensband als Erinnerung an diesen aufregenden Tag.    

Pastorin Luise Stribrny de Estrada von der St.-Philippus-Gemeinde Lübeck begleitete die Kinder auf ihrer Tour zur Marienkirche und betonte auch den Bildungshintergrund der Veranstaltung: Neben Einzelheiten zu Martin Luthers Leben und Wirken sollten die Kinder auch spielerisch lernen, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese vorzutragen. „Mir ist es eine Herzensangelegenheit, dass auch die Erwachsenen lernen, den Kindern zuzuhören“, sagte zudem Astrid Breitmoser, die den Umzug als ehrenamtliche Betreuerin begleitete. Nach dem Ende des Gottesdienstes traten 520 zufriedene, aber auch erschöpfte Kinder dann zusammen mit ihren Begleitern den Rückweg in ihre Kitas an, um am Abend ihren Eltern von ihrer ersten richtigen Demonstration zu berichten.

In über 150 Nationen

Der Weltkindertag oder Kindertag wird in über 150 Nationen begangen und hat zum Ziel, wichtige Themen wie Kinderpolitik, Kinderarbeit, Kinderrechte und Kinderschutz in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Es gibt kein einheitliches Datum für diesen Tag, die meisten mittel- und osteuropäischen Nationen und die USA begehen ihn jedoch am 1. Juni, während in Deutschland und Österreich traditionell der 20. September als Weltkindertag gefeiert wird.

 Martin Haese

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