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20:47 30.05.2018
Bei dem Trickfilmprojekt an der Kahlhorstschule zeichnen Isabelle (10, l.) und Lamar (11) ihre Ideen und Schablonen zuerst auf Papier vor. Danach beginnt das Basteln und Drehen. Das Duo lässt Herzchen tanzen und Kirschen von einem Baum fallen. Quelle: Fotos: Cosima Künzel
St. Jürgen

Isabelle (10) möchte einen Film mit einem Herz machen. Zwei Augen hat das Pappmotiv schon. Aber wie kann daraus ein Film werden? Mitschülerin Lamar (11) hat eine Idee: Die Herzform könnte in zwei Teile geschnitten werden, und beide tanzen aufeinander zu. Im letzten Bild sind die Hälften zusammen. Das Herz lächelt.

An der Kahlhorstschule haben Viertklässler gelernt, wie aus Fotos ein Trickfilm entsteht. Gezeigt hat es ihnen ein Filmemacher aus Hamburg. Das dazugehörige Projekt „Kunst hoch Schule“ der Kieler Muthesius Kunsthochschule wird vom Bildungsministerium Schleswig-Holstein unterstützt.

„Für einen Trickfilm müssen die Mädchen zwölf Bilder pro Sekunde aufnehmen, damit es schön flüssig aussieht“, erklärt Künstler und Filmemacher Sören Wendt (www.trickfilmparty.de). Er ist für das Filmprojekt unter dem Motto „PapPets“ aus Hamburg angereist und erklärt, dass in den drei Tagen kleine Trickfilme über Fantasiehaustiere aus Pappe entstehen sollen. Am ersten Tag gibt es eine Einführung. Danach können die Kinder bereits Ideen entwickeln und mit dem Basteln beginnen. Am zweiten Tag werden die Trickfilme gedreht. Zum Abschluss steht das Schneiden und Vertonen auf dem Programm.

„Das Schwierigste ist, dass in dem Film nicht zu viel passieren darf.“ Zwei Herzhälften, die sich vereinen, sind gut umzusetzen. Ein galoppierendes Pferd eher nicht. Wendt: „Das Geheimnis ist, kleine Schritte zu machen und mit ganz viel Geduld zu arbeiten.“ Wer ungeduldig wird und zu wenig Bilder pro Sekunde aufnimmt, hat eine Dia-Show gemacht, aber keinen Trickfilm. Für die Aufnahmen hat Wendt mehrere Tablets und die App „Stop Motion Studio“ mitgebracht. Die Kinder gehen mit Begeisterung ans Werk.

So sieht es auch Kunstlehrerin Silke Gorgas. „Es ist sehr schön zu sehen, mit wie viel Freude und Elan die Schüler arbeiten“, sagt sie mit Blick auf die acht Mädchen und zwölf Jungen. Sie haben sich in sieben Gruppen à zwei bis drei Schüler aufgeteilt und filmen wahlweise in der Schule oder auf dem Außengelände.

Möglich ist das Angebot dank des Projektes „Kunst hoch Schule“ der Muthesius Kunsthochschule, Kiel. Es wird unter anderem gefördert vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Schleswig-Holstein. Die Idee ist, „Schülern und Lehrkräften die Möglichkeit einer vertiefenden künstlerischen Arbeit im Schulalltag zu bieten und ihnen zugleich einen Einblick in die Arbeitsweisen an einer Kunsthochschule zu gewähren“, heißt es auf der Homepage. In dem Projekt werden künstlerische Workshop-Wochen und Fachtage an Schulen in Schleswig-Holstein umgesetzt. Seminare und Fortbildungen ergänzen das Programm.

„Wir hatten uns drei Filmprojekte ausgesucht und freuen uns, dass wir für dieses die Zusage bekommen haben“, sagt die Lehrerin. Die Viertklässler seien „ausgesprochen interessiert, was das Filmen anbelangt“ und hätten sogar in ihrer Freizeit weitergearbeitet. So wie Julius (9), der aus einem Schuhkarton ein Monster mit Schnurrbart gebastelt hat. In seinem Film soll das Tierchen eine Fliege fressen, die es mit einer roten Zunge schnappt. „Ich freue mich sehr darauf, am Ende den Film anzuschauen und zu sehen, was ich geschafft habe“, sagt der Junge. Einen Trickfilm will er zu Hause auf jeden Fall noch einmal drehen. Filmemacher Wendt lächelt, als er das hört.

„Toll, wenn die Kinder wissen, wie es geht und am Ende selbst Filme drehen, statt nur zu konsumieren.“

Von Cosima Künzel

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