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Lübeck Der dritte Versuch: Gosch will Filiale in Travemünde bauen
Lokales Lübeck Der dritte Versuch: Gosch will Filiale in Travemünde bauen
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10:24 02.07.2013
Steht an der Stelle des Lübecker Yachtclubs künftig ein Fischgeschäft von Gosch? Verhandlungen darüber laufen. Quelle: Foto: Olaf Malzahn
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Travemünde

Der Nobel-Imbiss Gosch will es noch einmal versuchen: Das Sylter Unternehmen hat dem Lübecker Yachtclub (LYC) ein Angebot unterbreitet und möchte das Clubhaus in der Nähe der Trave-Promenade im lübschen Seebad kaufen. 700 000 Euro will Gosch dafür auf den Tisch legen. Das geht aus einem Brief hervor, den der Vorstand des LYC an seine knapp 1000 Mitglieder verschickt hat. „Ja, es gibt eine Anfrage“, bestätigt der Vorsitzende Dierk Faust. Es sei noch keine Entscheidung gefallen, die sollen die Clubmitglieder treffen.

Es ist bereits das zweite Mal, dass Gosch und der LYC Verhandlungen führen über das Clubhaus in allerbester Lage in Travemünde. Vor vier Jahren wollte das Unternehmen das Grundstück schon einmal erwerben und dort eine Markthalle errichten. Der Vorstand hatte bereits alles eingetütet, hatte aber seine Mitglieder nicht gefragt — die votierten dann prompt dagegen. Dann versuchte Gosch auf der Tornadowiese der Stadt eine Markthalle zu errichten. Damals lehnte die rot-rot-grüne Rathausmehrheit das Projekt ab. Den Politikern war die Halle zu groß. Daher plant Gosch jetzt auch einen kleineren Bau auf dem Grundstück — ähnlich wie in Scharbeutz oder St.-Peter-Ording. Der Plan ist, das marode Clubhaus abzureißen und dort ein neues Gebäude zu errichten.

„Ich würde Gosch sehr begrüßen“, freut sich Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD). Allerdings sollten die Pläne in den Masterplan für die Trave-Promenade integriert werden. „Gosch wäre eine sehr gute Sache“, sagt CDU-Bauexperte Christopher Lötsch. Er hofft, dass das Projekt verwirklicht wird. „Dass es damals nicht zustande kam, war ein großer Fehler.“ Als „Schritt in die richtige Richtung“, bezeichnet Günter Scholz (BfL) die Pläne. Vor allem die SPD hätte das Projekt vor Jahren verhindert. Dem widerspricht Harald Quirder, baupolitischer Sprecher der SPD: „Wir haben nichts gegen Gosch.

Wir hatten etwas gegen die große Halle.“

Aus Sicht des LYC-Vorstands ist „das neue Angebot der Firma Gosch eine sehr gute Gelegenheit“. Der Club könnte mehrere Probleme auf einmal lösen. Denn das Clubhaus ist „das größtes Sorgenkind“, so der Vorstand. Es ist ziemlich kaputt. Laut einem Gutachten müsste der LYC eine halbe Million Euro in die Sanierung stecken. Außerdem wird das Clubhaus mitsamt dem Restaurant kaum von den Mitgliedern genutzt. Der Verkauf an Gosch würde Geld in die Kasse des Clubs spülen, ihn von Schulden befreien, und gleichzeitig könnte der Yachtclub noch die benachbarte Rettungsstation auf Vordermann bringen und dort das Hauptquartier des Clubs einrichten — in einem denkmalgeschützten Gebäude mit Charme.

Die Rechnung: Der LYC würde den Standort des Clubhauses samt Gebäude für 700 000 Euro an Gosch verkaufen. Mit dem Geld könnten die 450 000 Euro Schulden des Vereins beglichen werden. Der Rest — 250 000 Euro — soll in die Sanierung der Rettungsstation fließen. Dort würde dann das neue Clubhaus entstehen. Weitere 150 000 Euro für die Runderneuerung hofft der Vorstand durch Stiftungen und die Denkmalpflege zu erhalten. Erste Ausbaupläne für die Rettungsstation liegen bereits vor. Sie gehört dem LYC seit 1983.

Der Aal war der Anfang
1967 wird Jürgen Gosch auf der Insel Sylt Aalverkäufer am Strand. Das Geschäft läuft, fünf Jahre später gibt es den ersten Verkaufsstand am Lister Hafen. In den 80er und 90er Jahren vergrößert Gosch sein Geschäft, eröffnet Filialen in ganz Deutschland.
2011 feiert Gosch Eröffnung unter anderem in Scharbeutz, 2012 dann in Timmendorfer Strand, 2013 folgt die Insel Norderney.

Josephine von Zastrow

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