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Lokales Lübeck Der feierliche Auszug der Kepler-Schüler
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20:31 23.03.2016
Lea-Sophie Hentschel (v. l.), Jan Krampitz, Marvin Stenck und Timo Wodrich tragen das Schulschild in die Dieselstraße. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat
St. Gertrud

62 Jahre lang drückten junge Lübecker in der Straße Am Ährenfeld die Schulbänke. Seit gestern ist die Johannes-Kepler-Schule, die 2009 mit der Anna-Siemsen- Schule zur Schule an der Wakenitz zusammengelegt wurde, endgültig Geschichte. 293 Mädchen und Jungen, einige Lehrer und Schulsozialarbeiterinnen beendeten das Kapitel mit einem symbolischen Auszug. „Das ist ein geschichtsträchtiger Moment“, sagt Schulleiter Heino Schön, „zum ersten Mal sind wir als Gemeinschaftsschule an einem Standort vereint.“

Gestern verließen die letzten Schüler die Einrichtung in Eichholz — Alle lernen jetzt an der Dieselstraße.

„Das ist ein geschichtsträchtiger Moment.“Heino Schön (Schulleiter)

Vorbei an den Möbelwagen, die sich vor dem Eingang des Altgebäudes versammelten, zog der Tross der Schüler in Richtung Dieselstraße. Vorneweg vier Schüler, die das Schulschild trugen. Am nunmehr einzigen Schulgebäude in der Dieselstraße angekommen, wurden die Sechst- bis Zehntklässler von ihren Mitschülern aus den Klassen eins bis fünf mit einem Spalier empfangen. „Die Grundschüler haben Herzen gebastelt“, berichtet Schulleiter Schön, „und für alle Schüler gab es Brezeln.“ Am neuen Standort wartete auf die Hinzugekommenen aber auch etwas Arbeit. Fleißig schleppten die größeren Kinder Stühle und Tische in ihre funkelnagelneuen Klassenzimmer. Schulleiter Schön: „Passt auf, dass ihr nirgendwo anstoßt.“

Helle, frisch gestrichene Wände, weiße Tafeln, die zum Teil in der nächsten Zeit zu interaktiven Whiteboards hochgerüstet werden, neuer Linoleum-Boden, Akustikdecken und große Fenster sorgen in den neuen Räumen für eine freundliche Atmosphäre. Der neue Nawi-Raum (Naturwissenschaften) sei auf dem „allerneuesten Stand“, erklärt Heino Schön, außerdem gibt es einen Computerraum mit 16 Geräten. In einen Neubautrakt wurde ein Lift eingebaut, damit die Schule auch von Schülern im Rollstuhl besucht werden kann. Als die Stadt sich für die Sanierung und die Erweiterung der Schule an der Wakenitz in der Dieselstraße entschied, wurde über den Fahrstuhl heftig debattiert. Die Verwaltung wollte zunächst darauf verzichten, doch die Politiker sagten: Wenn schon insgesamt 8,2 Millionen Euro ausgegeben werden, soll die Einrichtung auch barrierefrei sein. Der Anbau für Mensa und Veranstaltungen, den das Hamburger Architekturbüro Trapez entworfen hat, ist ein Schmuckstück geworden — nicht nur von innen, auch von außen. Zum Schulstandort gehören auch die neue Turnhalle, die Minispielfelder und der aufgemöbelte Schulhof. Als letzter Schritt steht die energetische Sanierung eines Teils des Gebäudes an.

Welch ein Kontrast zum jetzt aufgegeben Standort am Ährenfeld. Düstere Gänge, schwere Türen vor den Klassenzimmern, gelb gestrichene Wände, morsche Fenster und die alten, grünen Wandtafeln. Weil die Stadt kein Geld mehr in das Schulgebäude steckte, weil seit Jahren über die Aufgabe und den Abriss nachgedacht wird, protestierten 2011 die verbliebenen Schüler in einem Brandbrief an die Verantwortlichen. Sie berichteten von kaputtem Mobiliar, uralten sanitären Anlagen und Ausblühungen an den Wänden. Immerhin baute die Stadt damals noch einen neuen Heizkessel ein. Schnee von gestern.

Die frühere Kepler-Schule wird abgerissen und macht Platz für ein Wohnquartier.

Von Kai Dordowsky

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