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Lübeck Der mühsame Kampf für die Behinderten
Lokales Lübeck Der mühsame Kampf für die Behinderten
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20:12 25.11.2016
Der Behindertenrat mit dem neuen Beauftragten der Hansestadt, Christian Rettberg (r.). FOTO: LUTZ ROESSLER

. Die Suche nach einem neuen Beauftragten für Menschen mit Behinderung und einen Stellvertreter war mühsam. Monatelang fand die Hansestadt keine Bewerber. Jetzt sind die Posten wieder besetzt. Christian Rettberg ist seit 1. November der neue ehrenamtliche Behindertenbeauftragte und damit Nachfolger von Erika Bade. Helmut Müller-Lornsen ist sein Stellvertreter und löst Wolfgang Halbedel ab. Bade und Halbedel waren nicht mehr angetreten.

„Ich habe aus der Presse erfahren, dass jemand gesucht wird“, berichtet der 61-jährige Rettberg, gebürtiger Göttinger, in Lübeck aufgewachsen und nach einem langen Berufsleben in Rente. „Ich wollte nicht zu Hause im Lehnstuhl sitzen“, sagt Rettberg, der die Öffentlichkeitsarbeit verstärken und mit Parteien sowie Seniorenbeirat zusammenarbeiten will. Außerdem wollen Rettberg und Müller-Lornsen den zehnköpfigen Behindertenrat intensiver einbinden.

Beauftragte und Rat sind Sprachrohr für rund 26000 Menschen in der Hansestadt. Der Job ist mühsam. „Ich habe den Eindruck, dass wir nicht ganz ernst genommen werden“, sagt Rettberg. Zwei Jahre dauerte das Ringen um ein Büro, Fahrtkosten würden verweigert. „Eigentlich sind wir nicht gewollt“, fasst die langjährige Beauftragte Bade ihre Erfahrung zusammen. Themen gibt es genug. „In das Willy-Brandt-Haus kommt man mit Rollstuhl und Treppenraupe nicht hinein“, beklagt Bade. Es würden barrierefreie Toiletten in der Innenstadt fehlen, moniert Magdalena Ossege. Ein Riesenproblem sei der Mangel an barrierefreien Wohnungen. Für Schwerhörige müsste es mehr Induktionsschleifen in öffentlichen Gebäuden geben. Es gibt auch Fortschritte. Der neue Bahnhofsvorplatz mit dem Streifen für Sehbehinderte und Blinde gehe in die richtige Richtung, sagen Behindertenrat und Beauftragte.

Der Behindertenrat hat sich zusammen mit dem Seniorenbeirat auch um Korrekturen bei Eintrittspreisen für Museen und Schwimmbäder bemüht. Mit Erfolg: In der Bürgerschaft wurde am Donnerstag die Gebührensatzung der Museen korrigiert. Zukünftig sollen Schwerbehinderte ab einer Beeinträchtigung von 50 Prozent wieder ermäßigten Eintritt erhalten – unabhängig von ihrem Einkommen. Die Begleitperson soll kostenlos hineinkommen. Auch in den Schwimmbädern sollen die Behinderten wieder in den Genuss von Rabatten kommen, auch wenn sie nicht unter die Armutsgrenze fallen. Diese Entscheidung wird voraussichtlich erst im Januar fallen. dor

LN

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