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Lübeck Der neue Trend zum Stadt-Huhn
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23:19 28.03.2016
Felix (7) füttert eine Henne aus der Hand. Die Hühner von Familie Gerke dürfen im ganzen Garten frei herumlaufen. Abends gehen die Tiere von alleine in den Stall und setzen sich auf die Stange. Quelle: Fotos: Cosima Künzel
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St. Jürgen

Auf dem Land gehören Hühner zum dörflichen Idyll, aber zunehmend werden sie auch in der Stadt gehalten — und das nicht nur zur Osterzeit.

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In Lübeck gibt es immer mehr Hobby-Halter, die sich an den Vögeln und täglich frischen Eiern erfreuen.

Wenn Kerstin Kriese (41) morgens die Terrassentür öffnet, dann steht Henne „Rosa“ mit dem Rest der Belegschaft schon am Zaun bereit. Fünf Hennen und Hahn „Hermann“ leben bei der Familie aus der Gärtnersiedlung, und in diesem Jahr feiern sie zum ersten Mal Ostern mit dem netten Federvieh. „Wir werden wohl auch ein paar Eier färben“, sagt Kriese lächelnd mit Blick auf die kleine Ansammlung cremefarbener Eier. Etwa 25 Stück pro Woche legen die Tiere, jedes Huhn pro Tag etwa ein Ei, aber sonntags keineswegs zwei. Stall und Gehege hat die Familie vor etwa einem Jahr gebaut und der Mama damit einen Wunsch erfüllt. „Ich habe schon als Kind davon geträumt, in einen Stall zu gehen und Eier zu holen.“ Zuerst sollten es nur zwei Hühner sein. Aber als ein Züchter zu Küken riet, gefiel ihnen die Idee auch. So holten sie eine Glucke mit zwölf Kleinen in den Garten. Das Geschlecht war noch unbekannt, und sie wollten am Ende gerne fünf Hennen behalten.

Da die Küken auch mehr Schutz vor Marder oder Greifvögeln brauchten, baute die Familie ein Holzhaus, eine Voliere und einen Auslauf. Trotzdem bekam Kriese am ersten Morgen einen Riesenschreck, alle Küken waren verschwunden. „Ich konnte es kaum glauben“, sagt sie und erzählt, wie plötzlich zwölf kleine Köpfe unter dem Gefieder der Glucke auftauchten. Mit den Monaten wuchs die Schar der Rasse New Hampshire heran und im Oktober stellte sich heraus, dass fünf kleine Hähne dabei waren. „Es ging plötzlich ganz schnell, dass sie sehr laut und — auch für die Nachbarn — sehr nervig krähten.“ Die Kerlchen zu schlachten, kam aber für niemand mehr in Frage. „Zum Glück hat uns ein Bekannter vier Hähne und drei Hennen abgenommen.“ Gockel „Herrmann“, „Rosa“ und vier weitere Hennen sind nun geblieben und alle sind zahm, vor allem der Hahn, der sich von Frederik (10) und Julius (14) auf den Arm nehmen lässt.

Auch bei Gerkes — ein paar Straßen weiter — sind die Hühner zutraulich und fressen Felix (7), Max (9) und Lise (12) aus der Hand. Die Familie hat die Tiere ebenfalls seit einem Jahr, sich aber für ausgewachsene Hennen verschiedener Rassen entschieden. „Wir haben geschaut, welche pflegeleicht und kinderlieb sind, und erfreuen uns jetzt sehr an ihnen“, sagt Peter Gerke (44). Insgesamt haben sie acht Hennen der Rassen New Hampshire, Welsumer, Deutsches Lachshuhn sowie Australorps und Zwergformen. Nicht nur die Hennen sehen verschieden aus, auch die Eier sind gesprenkelt, weißlich oder cremefarben und sind nicht nur zu den Festtagen hübsch anzusehen.

Was Hobby-Halter wissen sollten

3500 Hühner werden laut Stadt ungefähr in Lübeck gehalten. Neben dem Tierschutzgesetz (Pflege, Ernährung, Unterbringung) müssen die Hobby-Halter weitere Vorschriften beachten. So muss jedes Huhn — vor Anschaffung! — beim Veterinäramt gemeldet werden, damit im Falle einer Tierseuche entsprechend gehandelt werden kann.

Mit Erhalt der Registriernummer muss der Tierseuchenfonds Schleswig-Holstein informiert werden. Außerdem gibt es die Tierschutz-Nutztier-Haltungs- Verordnung, die sich mit Ausgestaltung der Ställe befasst (Platz, Sitzstangen, Legenester). Wichtig ist unter anderem auch, dass die Tränken und Futterstellen keinen Kontakt zu Wildvögeln haben, dass eine Impfung gegen „Newcastle Disease“ besteht und dass ein Bestandsregister geführt wird.

• Mehr Infos und Unterlagen gibt es im Internet unter bit.ly/1MEqjC5.

Von Cosima Künzel

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