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20:33 02.08.2017
Starmusiker Christian Lindberg gibt dem 13-jährigen Iván Plaus Tipps, wie er sein Posaunenspiel verbessern kann Quelle: Fotos: Josephine Andreoli

Iván Plaus steht vor dem schwarz-glänzenden Flügel, seine Posaune hält er fest mit beiden Händen, der Blick ist hochkonzentriert. Auf der Bühne im Großen Saal der Musikhochschule wirkt der 13-jährige Spanier fast ein wenig verloren. Doch sobald er zu spielen anfängt, scheint er ganz in seinem Element zu sein. Von Nervosität ist nichts zu spüren. Genau 24 Minuten sollen die insgesamt acht Musikschüler sich konzentrieren, die Musik fühlen. „Wenn ihr Musik macht, gibt es nichts, absolut gar nichts, das euch ansonsten Aufmerksamkeit abverlangen darf“, sagt Christian Lindberg, schwedischer Posaunist und Dirigent. Er ist einer von acht Starmusikern, die noch bis zum 13. August junge Musiker aus aller Welt an der Musikhochschule in ihre Kunst einweisen.

In Meisterkursen an der Musikhochschule lernen junge Talente von Starmusikern.

Plaus ist froh, in Lübeck sein zu dürfen, aber er ist auch ein wenig nervös. Doch sein Vater sitzt im Publikum, macht ihm Mut. „Ich gehe im spanischen Avila zur Schule und spiele Posaune, seit ich acht Jahre alt bin“, erzählt er. Der 13-Jährige fällt nicht nur aufgrund seines Talents, sondern auch wegen seines Alters auf. Jetzt steht er auf der Bühne: Vor den wachsamen Augen und Ohren Christian Lindbergs – seinem Idol. Er steht vor dem Musiker, der ihn vor fünf Jahren durch ein Musikvideo davon überzeugte, mit dem Posaunespielen anzufangen. „Es hat mich einfach fasziniert, wie er gespielt hat. Da habe ich mich gleich beworben, als ich von den Meisterkursen gehört habe“, sagt Plaus und streicht sich eine dunkelbraune Haarsträhne aus dem Gesicht.

Seit 1987 sind die Meisterkurse an der Musikhochschule ein fester Bestandteil des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Junge Musiker aus aller Welt können sich mit einer Bewerbung samt Lebenslauf und Musikvideo für einen der begehrten Plätze bewerben. Wer das Glück hat, angenommen zu werden, bekommt eine Woche Unterricht von international renommierten Künstlern wie unter anderem Wolfgang Emanuel Schmidt, Pavel Gililov oder Christian Lindberg.

So auch Constantin Schiffner aus Lübeck. Der 18-Jährige hat bereits in Kindertagen das Klavierspielen erlernt. Damals, als er vier Jahre alt war, mit bunten Noten, der Einfachheit halber. Heute fliegen Schiffners Finger wie schwerelos über die Tasten, erfüllen den Konzertsaal mit einer sanften Melodie. „Ich bin unglaublich froh, hier sein zu dürfen – das ist eine riesige Ehre“, sagt Schiffner, der noch die Schulbank drückt, auf der Abendschule in Hamburg aber bereits eine zweijährige Kirchenmusikausbildung, den sogenannten C-Kurs, absolviert hat. „Ich übe unglaublich viel, jeden Tag mehrere Stunden. Aber Sportler müssen ja auch jeden Tag trainieren um Höchstleistungen zu erzielen“, sagt er und lässt die Finger über die Tasten gleiten.

Musik machen, das bedeutet Talent, Fleiß und Konzentration. Im Falle von Christian Lindberg 24 Minuten – denn danach, so besagt es eine Studie, sinkt die Leistungsfähigkeit. Ein guter Grund für viele hochkonzentrierte Lerneinheiten.

Josephine Andreoli

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