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Lübeck Deutlich mehr Hepatitis-C-Infektionen in Lübeck
Lokales Lübeck Deutlich mehr Hepatitis-C-Infektionen in Lübeck
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21:10 11.08.2015
Lübeck

Bis Mitte Juli dieses Jahres wurde bei 39 Lübeckern eine Neuinfektion mit Hepatitis C festgestellt. Im ganzen Jahr 2014 wurden in der Hansestadt lediglich 19 Infektionen gemeldet. Das berichtet die Krankenkasse IKK Classic, die sich auf Zahlen des Robert- Koch-Instituts beruft. „Die höchste Steigerung der Fallzahlen in Schleswig-Holstein gibt es in Lübeck“, erklärt Peter Rupprecht, Sprecher der Krankenkasse.

„Hepatitis C ist eine Leberentzündung, die durch das HCV-Virus ausgelöst wird und ohne Behandlung zu schwerwiegenden Leberschäden führen kann“, sagt Rupprecht. Gefährlich daran sei, dass die Infizierten lange Zeit keine Symptome zeigen würden. Erste Anzeichen wie Fieber und Kraftlosigkeit würden oft falsch gedeutet. Rupprecht: „Oftmals wird die Erkrankung erst durch Zufall diagnostiziert, etwa bei einer Blutspende.“ Spätfolgen könnten eine Leberzirrhose oder Leberkrebs sein. Übertragen wird das Virus durch Blut. „Typische Übertragungswege sind der gemeinsame Gebrauch von Kanülen und Spritzen bei Drogenabhängigen oder mangelhafte Hygiene in Piercing- und Tattoo- Studios“, erklärt der IKK-Sprecher. Für die hohe Zahl der Neuinfektionen in der Hansestadt hat Rupprecht keine Erklärung. Schon 2014 lag Lübeck über dem Landesdurchschnitt.

Das sei aber nicht ungewöhnlich, sagt Dr. Michael Hamschmidt vom Lübecker Gesundheitsamt. Großstädte hätten höhere Infektionsraten, weil hier mehr Drogenabhängige leben würden als auf dem Land — und die stellen die größte Risikogruppe. Hamschmidt bezeichnet den Anstieg in diesem Jahr nicht als besorgniserregend. „Die Zahlen schwanken über die Jahre immer mal“, sagt der Leiter des Gesundheitsamtes, bei dem Ärzte und Kliniken alle Fälle melden müssen. Es sei ihm nicht bekannt, dass sich die Lübecker Drogenszene stark vergrößert habe. Tatsächlich zeigt ein Blick in die Statistik, dass es 2005 mit 31 Fällen schon einmal ein Jahr mit hohen Zahlen gab. In den Jahren 2010 bis 2014 lagen die Fallzahlen deutlich darunter. Die IKK-Krankenkasse hat die Lübecker Infektionen auch wochenweise ausgewertet. Auffällig war demnach eine Woche Mitte März, in der es fünf Neuerkrankungen gab — mehr als üblich.

dor

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