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Lübeck Deutlich mehr Unfälle in der Hansestadt
Lokales Lübeck Deutlich mehr Unfälle in der Hansestadt
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21:14 23.03.2016
Die 35-jährige Lübeckerin verlor die Kontrolle über ihren BMW und prallte in der Spillerstraße mit vier geparkten VW zusammen. Quelle: Kröger

Vermutlich wegen eines plötzlichen Krankheitsfalls hat eine 35-Jährige am Dienstag die Kontrolle über ihren Wagen verloren und mehrere Autos beschädigt. Laut Polizei war die Lübeckerin gegen 20.40 Uhr in der Spillerstraße in St. Jürgen unterwegs. „Sie stieß mit vier am Fahrbahnrand geparkten Autos zusammen“, sagt Polizeisprecher Dierk Dürbrook. Dabei handelte es sich ausschließlich um Volkswagen-Modelle.

Zunächst prallte die 35-Jährige in ihrem 3er-BMW gegen einen Passat, dann einen Bora, im Anschluss gegen einen Polo und zuletzt in einen Golf. Der wiederum wurde weitergeschoben, prallte gegen einen Opel Corsa, der „in einen weiteren VW Golf geschoben“ wurde, so Dürbrook. Inklusive des BMW registrierte die Polizei sieben demolierte Fahrzeuge in der Spillerstraße.

„Die Fahrerin des BMW wurde vorsorglich mit einem Rettungswagen in eine Lübecker Klinik gebracht“, sagt Dürbrook. Die Feuerwehr streute den ausgelaufenen Kraftstoff ab.

Der kaputte BMW sowie zwei weitere demolierte Autos mussten abgeschleppt werden, die Gesamtschadenshöhe ist allerdings nicht bekannt.

Aus der aktuellen Verkehrsstatistik der Landespolizei geht hervor, dass 2015 mehr als 72 Prozent der insgesamt 85 220 Unfälle im Norden innerorts geschahen. „Jeden Tag, und zwar alle sieben Minuten, fährt die Polizei zu einem Verkehrsunfall“, sagt Landespolizeidirektor Ralf Höhs. 2015 ereigneten sich in der Hansestadt insgesamt 7434 Unfälle, ein Plus um 8,8 Prozent im Vergleich zu 2014. Damit liegt Lübeck sogar über dem Landesschnitt, insgesamt wuchs die Zahl der Verkehrsunfälle im Norden um 7,1 Prozent. In Lübeck wurden im vergangenen Jahr 1415 Menschen (plus 1,4 Prozent) verletzt, wie schon 2014 kamen erneut vier Personen ums Leben. Landesweit sank die Zahl der Getöteten sogar. Höhs: „Es ist das zweitniedrigste Ergebnis seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik.“

Weiterhin als gefährdet gelten Fußgänger. Doch während landesweit die Zahlen um mehr als drei Prozent stiegen, sanken sie in Lübeck um 8,6 Prozent auf 139 Zusammenstöße. Um fast sieben Prozent nahmen an der Trave dagegen die Unfälle mit Radfahrern zu — 2015 waren es 618. Erneut gestiegen sind laut Polizei-Statistik auch die Unfälle, bei denen Senioren die Schuld hatten: um 3,9 Prozent auf 238. Im Gegensatz dazu bauten junge Fahrer bis 25 Jahre über elf Prozent weniger Unfälle (224) als noch 2014. Hauptunfallursachen im Norden waren auch 2015 wieder das Missachten der Vorfahrt, Fehler beim Abbiegen und zu schnelles Fahren. Detaillierte Lübeck-Fakten bietet die Statistik jedoch nicht, das übernimmt der Bericht der hiesigen Polizeidirektion. Die hat ihre Zahlen bislang noch nicht veröffentlicht.

Polizeikontrollen

528 000 Anzeigen gegen Raser schrieb die Polizei 2015 landesweit — minus 17,6 Prozent. Allerdings ist fraglich, ob die Autofahrer ehrlicher wurden. Die Einsatzbelastung sei wegen des G7- Treffens und der Flüchtlingskrise „außergewöhnlich hoch“ gewesen, sodass beide Blitzermarathons ausfielen.

In Lübeck registrierte die Polizei mit 496 Rasern und Vorfahrt-Sündern sogar 53,2 Prozent mehr als 2014. Fahrerflucht nahm in der Hansestadt um fast zehn Prozent auf 2120 Delikte zu.

Von Peer Hellerling

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