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Lübeck Deutschkurse in der Königpassage
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22:10 26.07.2018
Die Königpassage an der Königstraße: Im dritten Stock baut die Stadt Räume um. Ab Mitte August soll die Volkshochschule sie nutzen. Quelle: Fotos: Lutz Roessler
Lübeck

Hinter verschlossenen Türen wurde der Handel abgesegnet. Der Hauptausschuss hat in seiner Sondersitzung am Dienstag einen Mietvertrag beschlossen. Die Stadt geht in die Königpassage. In dem kleinen Einkaufszentrum an der Königstraße 57 werden 458 Quadratmeter im dritten Obergeschoss von der VHS belegt – für knapp 70000 Euro inklusive Nebenkosten. Die Stadt baut die Räume aber noch um – auf eigene Kosten. Das kostet weitere 70000 Euro. Los geht es am 15. August. Der Mietvertrag ist auf ein Jahr befristet. Das geht aus einem nicht-öffentlichen Papier hervor, das den LN vorliegt.

Die Stadt geht in die Königpassage: Sie baut dort fünf Räume für Deutschkurse der Volkshochschule aus. Denn die VHS hat Klassen für die Schüler der Kalandschule geräumt. Dort wiederum mussten Räume gesperrt werden, weil das Dach marode ist. Kosten insgesamt: 140000 Euro.

Ursprünglich wollte die Stadt einen Mietvertrag mit der Option, ihn zwei Mal um fünf Jahre zu verlängern. Sprich bis 2028. Doch da senkten die Politiker die Daumen. Sie wollen nach einem Jahr entscheiden, ob diese Verlängerungsoption gezogen wird oder nicht.

Harte Kritik kommt von den Linken. „Ich bin völlig dagegen“, macht Ragnar Lüttke klar. „Da wird sehr bewusst viel Geld aus dem Fenster geworfen.“ Denn Miete und Umbau seien „eine sehr teure Tasse Tee“. Außerdem: „Das Ganze ist unredlich.“ Denn in einem Jahr werde die Verwaltung argumentieren, dass man die Räume saniert habe – und sie deshalb weiter mieten müsse. „Dann zieht die Stadt dort mit dem Stadtteilbüro ein“, prognostiziert Lüttke. Das habe Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) bereits im Wahlkampf gefordert. Die Grünen sehen das auch so. „Die Königpassage ist bereits zum dritten Mal von der Stadt ins Spiel gebracht worden“, sagt Thorsten Fürter. Lindenau wollte sie als Stadtteilbüro, dann sollten Verwaltungsräume in die Königpassage. Nun zieht die Volkshochschule ein. „Das ist auffällig“, kritisiert FDP-Fraktionschef Thomas Rathcke. „Im Süden würde man sagen, das hat ein Gschmäckle.“

Die Argumente für den Standort sieht Rathke skeptisch: „Es gibt keine anderen Räume? Das mag ich nicht glauben.“ Außerdem habe die Stadt derzeit etliche Containerschulen. „Da kann man dort doch einen weiteren Container obendrauf stellen“, schlägt er vor. Auch Fürter kann sich nicht vorstellen, dass es in keinem der 900 städtischen Gebäude fünf freie Räume geben soll. Zudem hält er nichts von dem Vorgehen der Stadt. „Wir verkaufen andere Gebäude wie an der Schwartauer Allee – und müssen dann Räume anmieten“, kritisiert er. Die CDU reagiert sehr zurückhaltend. „Das sind keine billigen Räume in der Königpassage“, sagt Fraktionschef Oliver Prieur.

Das Ganze ist ein Ringtausch: Kalandschule, Volkshochschule, Königpassage. Fünf Räume der Volkshochschule werden in die Königpassage verlegt. Denn sie hat Räume aufgegeben für die Schüler der Kalandschule. Die werden in der VHS am Falkenplatz unterrichtet. In der Kalandschule ist das Dach marode. Dort sind Klassenräume gesperrt. Das Problem: Die VHS hat einen Vertrag mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge – für Deutschkurse. Den muss sie einhalten. „Die Königpassage war die einzige Möglichkeit“, sagt Senatorin Kathrin Weiher (parteilos). Denn es gebe nach Aussage des Gebäudemanagements keine anderen Räume. Und die Grundschüler wollte sie nicht in dem Einkaufszentrum unterbringen. Allerdings macht Weiher klar: „Wir müssten die Räume möglichst lange mieten, damit sich der Umbau lohnt.“

Von Josephine von Zastrow

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