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Lübeck Die Bewerber für 2025
Lokales Lübeck Die Bewerber für 2025
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21:12 18.01.2017
MAGDEBURG

Ende November beschloss die Bürgerschaft mit breiter Mehrheit, dass 25 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie für die Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025 bereitgestellt werden. In der nächsten Sitzung der Stadtvertretung Ende Januar will die GAL die Studie stoppen. Grund seien neue Erkenntnisse, sagt die Fraktionschefin Antje Jansen: „Die Hansestadt Hamburg verfolgt derzeit nicht mehr das Ziel, eine gemeinsame Bewerbung mit Lübeck und der Metropolregion Hamburg auf den Weg zu bringen“, erklärt Jansen. Sie beruft sich auf einen Artikel der „Taz“ (Hamburg lässt Lübeck im Regen stehen).

Ende November beschloss die Bürgerschaft mit breiter Mehrheit, dass 25 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie für die Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025 bereitgestellt werden.

Außerdem hat die Fraktion in Hamburg recherchiert. Fazit: „Derzeit befasst sich niemand ernsthaft mit einer Bewerbung“, erklärt die kulturpolitische Sprecherin der GAL, Kristina Aberle. „Weder die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation noch die Kulturbehörde verfolgen eigene Aktivitäten in diese Richtung.“ LN-Anfragen bei der Hamburger Wirtschaftsbehörde und der SPD-Bürgerschaftsfraktion blieben unbeantwortet.

Einen Alleingang könne sich Lübeck nicht leisten, sagt die GAL, deshalb solle bereits das Geld für die Machbarkeitsstudie eingespart werden. Bewerbung und Veranstaltung kosten eine Kulturhauptstadt viel Geld. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD): „Die letzte deutsche Kulturhauptstadt Essen hat ein Budget von ungefähr 80 Millionen Euro gehabt. Die aktuelle Kulturhauptstadt Århus in Dänemark hat einen Etat von 60 Millionen Euro für die Veranstaltungen.“ Manche Europäische Kulturhauptstadt der letzten Jahre habe sogar ein Budget von über 100 Millionen Euro zur Verfügung gestanden, so der Bürgermeister: „Natürlich müssen auch Überlegungen angestellt werden, ob ein Betrag von vielleicht 40 bis 60 Millionen Euro zu stemmen ist und ob es vertretbar ist, so viel Geld für ein Jahr voller Veranstaltungen einzusetzen.“

Kultursenatorin Kathrin Weiher (parteilos) machte schon im vergangenen Sommer klar, dass die Unterstützung des Landes und der Metropolregion Hamburg gewonnen werden müsste. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) erklärte im vergangenen Juli öffentlich, dass er die Idee einer Bewerbung unterstütze. In der Metropolregion Hamburg wurde die gemeinsame Bewerbung der Hansestädte unter dem Oberthema „Hanse“ bereits 2014 intensiv diskutiert. „In diesem Rahmen gab es Gespräche mit allen Hansestädten in der Metropolregion“, erklärt Marion Köhler, Sprecherin der Metropolregion, „aber seit dem Herbst 2016 ruhen die Gespräche.“ Über den aktuellen Sachstand der Bewerbung habe die Metropolregion – ein Zusammenschluss von vier Ländern, 19 Landkreisen und kreisfreien Städten sowie 1000 Gemeinden – keine Kenntnis, sagt Köhler.

Sachstand ist tatsächlich, dass die Gespräche mit möglichen Partnern ruhen, bestätigt Nina Jakubczyk vom Kulturbüro der Hansestadt Lübeck. Denn zunächst einmal soll die Machbarkeitsstudie vergeben werden. „Derzeit werden Angebote eingeholt“, sagt Jakubczyk. Die Studie soll klären, wie teuer eine solche Bewerbung wird, ob Lübeck sich allein oder im Verbund mit anderen Städten bewirbt, welche Mittel zur Verfügung stehen, wie der Zeitplan aussehen könnte und wie die Bürger beteiligt werden. Die Ergebnisse sollen im Juni vorliegen. Henning Stabe (CDU), Vorsitzender des Kulturausschusses, hält den Weg für richtig. Die Studie sei gut angelegtes Geld. Erst, wenn die Ergebnisse vorliegen, könne über die Frage „bewerben oder nicht?“ entschieden werden. „Dass Hamburg und Lübeck gemeinsam losmarschieren wollten, wäre mir neu“, sagt der Kulturpolitiker. „Nur weil die GAL etwas gelesen hat, ist das keine seriöse Grundlage.“

Nicht nur die Politiker, auch das Volk hat mitzureden. Die Machbarkeitsstudie befasst sich auch mit Fragen der Bürgerbeteiligung. Denkbar wäre auch ein Bürgerentscheid gegen eine Bewerbung, sagt Bürgermeister Saxe: „In Hamburg ist die Olympiabewerbung so gescheitert, in Lübeck der Umbau der Untertrave.“ Andere Städte sind schon deutlich weiter: Dresden, Stralsund, Magdeburg und Nürnberg haben ihre Kandidatur bereits erklärt.

Kai Dordowsky

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