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Lübeck Die Bürger sind gefragt: Wie viel Verkehr wollen sie in der City?
Lokales Lübeck Die Bürger sind gefragt: Wie viel Verkehr wollen sie in der City?
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09:04 29.07.2016
Der Koberg ist bis September wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Quelle: Archiv
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Innenstadt

Sollen Autos weiterhin so durch die Innenstadt rollen wie bisher? Und was wird mit dem Busverkehr? Anwohner, Geschäftsleute, Stadtverkehr und Kulturschaffende sind bereits in der LN-Serie „Autofreie Altstadt?“ zu Wort gekommen. Ihre Meinungen gehen auseinander: Kulturschaffende und einige Gewerbetreibende fürchten Verluste, Anwohner wünschen sich mehr Verkehrsberuhigung, für die Chefetage des Stadtverkehrs wäre die Verbannung des öffentlichen Nahverkehrs eine „Katastrophe“. Jetzt werden alle Lübecker gefragt.

Hier geht's zur Umfrage

Während durch die Sperrung des Kobergs bis September bereits eine – allerdings nicht ganz freiwillige – Verkehrsberuhigung spürbar ist, möchte die LN mit ihrer Online-Umfrage so viele Meinungen wie möglich einholen. Schließlich ist es ja auch das erklärte Ziel der Hansestadt, ein neues Verkehrskonzept für die Altstadt gemeinsam mit den Bürgern und Betroffenen zu erarbeiten.

Welche Straßen sollen autofrei oder deutlich verkehrsberuhigt sein? Sollten Busse weiter durch die Stadt fahren? Wie gelangen die Lübecker eigentlich gegenwärtig in die City – und inwieweit wären sie von Änderungen betroffen? Auf all diese Fragen soll die Umfrage eine Antwort liefern.

Um Anwohner, Innenstadt-Pendler oder Leute auf Shoppingtour für die Umfrage zu gewinnen, sind Mats Maelzer (19) und Tobias Horstmann (22) Donnerstag und Freitag für die LN im Einsatz: „Seit 7 Uhr früh verteilen wir Flyer mit dem Link zur Umfrage“, berichtet Maelzer. Vom Pressehaus in der Dr.-Julius-Leber-Straße über die Kanalstraße, Burgfeld, Koberg, Breite Straße, Holstenstraße, Untertrave und Domviertel laufen die beiden jungen Männer, um die Flyer zu verteilen. Der direkte Kontakt ist ihnen wichtig: Auf dem Schrangen sprechen sie Janine Gauter (38) und Joeline Gehrmann (20) an: Beide wohnen in Citynähe und fänden eine Altstadt ohne Autos attraktiver, zumal die Wege nicht weit sind. Sie wünschen sich mindestens eine deutliche Verkehrsberuhigung, der öffentliche Nahverkehr solle jedoch bestehen bleiben.

Ganz ähnlich sieht das Nils Möller (26). Der Erzieher wohnt in der Braunstraße, parkt sein Auto aber generell auf dem Parkplatz an der MuK. „Ich fände eine autofreie Altstadt gut“, so der 22-Jährige. „Schon jetzt laufe ich lieber die 300 Meter zur MuK, als stundenlang einen Anwohnerparkplatz zu suchen.“ Möller schränkt aber auch ein: „Ich bin jung und gut zu Fuß, für ältere oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen bräuchte es andere Lösungen.“

So offen wie die drei Passanten auf dem Schrangen haben gestern viele der angesprochenen Leute reagiert. „Insgesamt war wirklich das Interesse an dem Thema spürbar“, erzählt Horstmann. Die übliche breite Schneise um Leute, die Flyer verteilen, sei ausgeblieben.

Aufgefallen ist den beiden, dass sich viele Anwohner für eine deutliche Verkehrsberuhigung oder gar komplette Autofreiheit ausgesprochen hätten, während Leute aus anderen Stadtteilen eher für eine Beibehaltung des Status quo seien. Für Letzteres ist auch Mats Maelzer selbst. „Ich möchte, dass Lübeck weiterhin so gut erreichbar bleibt wie bisher“, sagt der Abiturient. Horstmann hingegen kann sich eine deutliche Verkehrsberuhigung gut vorstellen. „Dabei ist aber auch wichtig zu wissen, von welchem Konzept wir überhaupt reden“, findet er. Dass am Ende wirklich alle Autos mitsamt öffentlichem Nahverkehr ganz aus der Altstadt verschwinden, hält der junge Mann für unrealistisch.

Luisa Jacobsen

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