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Lübeck Die Heimat mit dem Handy entdecken und schützen
Lokales Lübeck Die Heimat mit dem Handy entdecken und schützen
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19:37 19.09.2013
Barbara Wilhelmy (54, l.) und Wolf Jünnemann (64) setzen sich für den Schutz der Grönauer Heide ein. Quelle: Foto: Wolfgang Maxwitat
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Lübeck

Mit einer Handy-App die Natur erforschen — auf dem Heimatkongress in der Musik- und Kongresshalle (MuK) wurde ein Multimedia-Führer für Gebiete in ganz Deutschland beschlossen. Mehr als 100 Teilnehmer tagen bis heute Abend an der Trave. In Arbeitsgruppen und in Vorträgen beraten sie über einen modernen Heimatbegriff und die Zukunft des Nationalen Naturerbes. Unter anderem sprach Robert Habeck (Grüne), Umweltminister des Landes. Die Teilnehmer wurden auch über einen besonders geschützten Ort ganz in der Nähe informiert: die Grönauer Heide. Denn Vertreter der gleichnamigen Stiftung sind auch bei dem Netzwerktreffen dabei.

„Für uns ist der Kongress eine Riesenchance, um uns zu präsentieren“, sagt Barbara Wilhelmy, die von der Landesstiftung Naturschutz für die Grönauer Heide zuständig ist. Die Lübecker Vertreter bekommen außerdem eine Spende: In der MuK wurden bei der öffentlichen Vorführung von Naturfilmen, die auf dem Filmfestival „Green Screen“ in Eckernförde liefen, Spenden gesammelt, die an die Stiftung fließen werden. Die Grönauer Heide befindet sich übrigens im Süden von Lübeck. Der Nordteil, etwa 120 Hektar, gehören zum Nationalen Naturerbe. Diese Bezeichnung umfasst neben der wertvollen Heide- und Magerrasenlandschaft auch ausgedehnte naturnahe Laubwälder, Stromtäler und ihre Auen, Seenlandschaften und Moore, das Wattenmeer oder die Bodden- und Kreideküsten der Ostsee, wie das Bundesamt für Naturschutz erklärt.

Einer der Höhepunkte der Veranstaltung wird heute die neue Namensfindung des 2012 gegründeten Netzwerkes Nationales Naturerbe sein. Favoriten wurden noch nicht verraten. 47 Stiftungen und Organisationen versammeln sich in dem Netzwerk. Sie weisen in ganz Deutschland 250 000 Hektar Naturschutzgebiete aus. „Wir haben zusammen mehr Fläche als der National Trust in England“, betont Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Sechs Vertreter von Naturschutz-Organisationen wie dem Naturschutzbund (Nabu) oder der Stiftung Naturschutz Schleswig- Holstein haben zudem eine Vereinbarung unterschrieben, dass sie einen multimedialen Führer nutzen werden. „Wir wollen mit der App die Lust am Naturerleben steigern“, sagt Hartmut Mai vom Nabu. Mit dem Programm fürs Handy können Interessierte in einem Jahr rechnen. Besonderheiten der Natur sollen mit Texten, Filmen, Bildern und Karten hervorgehoben werden. „Damit wollen wir vor allem junge Menschen ansprechen“, sagt der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Fritz Brickwedde.

Egal wie die Bundestagswahl am Sonntag ausfällt, „wir fordern die neue Bundesregierung auf, weitere 30 000 Hektar für den Naturschutz zu sichern“, sagt Adrian Johst vom Deutschen Naturschutzring.

Für das kommende Jahr liegt als Veranstaltungsort Duderstadt in Niedersachsen im Rennen.

Stiftung Grönauer Heide
2008 wurde die Stiftung vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), dem Landesnaturschutzverband und dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) gegründet. Sie hat das Ziel, das Lübecker Naturerbe zu erhalten und zu unterstützen.

Das Vermögen der Stiftung beträgt aktuell 2, 75 Millionen Euro. 40 Hektar land- oder forstwirtschaftliche Flächen konnten bisher gekauft werden, um sie für den Natur- und Artenschutz zu sichern. 31 Hektar davon befinden sich in der Grönauer Heide.

Elena Vogt

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