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Lübeck Die Jahrhunderte der Bausünden
Lokales Lübeck Die Jahrhunderte der Bausünden
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21:15 08.03.2017
Von Hanno Kabel

Wenn in Lübeck etwas Wichtiges gebaut wird, hat der Gestaltungsbeirat das letzte Wort über den Entwurf. Er nimmt seine Aufgabe ernst – die Bauherren des Hafenbahnhofs in Travemünde und des Neubaus an der Wallstraße können ein Lied davon singen. Das war leider nicht immer so. Die Geschichte Lübecks ist eine Geschichte der Bausünden.

Wo war denn der Gestaltungsbeirat, als Kaufleute und Ratsherren die völlig überdimensionierte Marienkirche mitten in die kleinteilige Altstadt knallten?

Wo war der Gestaltungsbeirat, als die vom Reichtum der Stadt ganz besoffenen Nachfahren dieser Leute das ehrwürdige, mittelalterliche Rathaus auf der Nordseite des Marktes mit einer modischen Renaissance-Fassade verschandelten?

Wo war der Gestaltungsbeirat, als in der Großen Petersgrube und vielen anderen Straßen der Altstadt jahrhundertelang jeder abriss und baute, wie es ihm gefiel, ohne jedes Gefühl für stilistische Feinabstimmung?

Wo, bitte, war der Gestaltungsbeirat, als die schlichte, edle Aegidienkirche einen riesigen Barockaltar verpasst bekam? Als die Stadt eine protzige, neugotische Fassade vor die Ostseite des Burgklosters setzte? Als wohlhabende Bürger in der Moltkestraße die Fassaden ihrer Wohnhäuser mit kitschigen Stuck-Ornamenten hoffnungslos überluden? Als der neue Bahnhof – die Lübecker hatten offenbar nichts gelernt aus dem Rathaus-Debakel ihrer Vorfahren – mit einer Renaissance-Fassade gebaut wurde?

LN

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