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Lübeck Die Kunst des höflichen Streitens
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18:22 05.03.2016
Yannick Rau (17) vom Johanneum am Rednerpult. Quelle: Olaf Malzahn

Sollen Flüchtlingskinder in Mathematik, Naturwissenschaften und Technik in ihrer Muttersprache unterrichtet werden? Darüber debattieren fünf Schüler und drei Schülerinnen im Bürgerschaftssaal. Es geht zu wie in einem Parlament: Die Regierungsseite stellt einen Antrag, die Opposition entgegnet, ein Argument gibt das andere. Aber etwas ist anders: Die Teilnehmer dieser Debatte haben erst eine Viertelstunde vor Beginn erfahren, ob sie für oder gegen den Antrag argumentieren sollen. Es ist das Finale der 4. Debattiermeisterschaft der Lübecker Gymnasien.

Acht Teams von sechs Schulen traten gestern im Rathaus an, vier kamen ins Finale. Jedes Team bestand aus zwei Schülern der elften Klasse. Sie alle haben vorher an vier Wochenenden ein Seminar der Michael-Haukohl-Stiftung besucht. Den Sieg errangen Benedikt Rudloff und Yannick Rau (beide 17) vom Johanneum.

Sie sind korrekt gekleidet; sie stellen sich ans Rednerpult mit dem Doppeladler und sagen „Meine sehr verehrten Damen und Herren“; sie siezen einander. Die Teilnehmer der Debatte sitzen an Vierertischen, die Regierung zur einen, die Opposition zur anderen Seite des Rednerpults, davor die Jury. Wenn sie eine Frage stellen oder eine Anmerkung machen wollen, heben die Debattierer den rechten Arm und kehren die Handfläche nach oben. So will es das Reglement.

Überhaupt ist alles streng geregelt: Ein Hammerschlag auf den Jurytisch zeigt an, wenn eine Minute vergangen ist; von da an sind Zwischenfragen erlaubt. Die Redezeit — im Finale sieben Minuten — wird peinlich genau überwacht. Am Ende sagt Julika Stenzel, die Leiterin des Wettbewerbs: „Ich danke den Rednerinnen und Rednern dieser Debatte und bitte sie, sich die Hand zu reichen und die Rollen zu verlassen“, und damit sind Regierung und Opposition aufgelöst.

Yannick Rau, einer der beiden Sieger, sagt hinterher: „Es ist gut, dass man mal die Erfahrung macht, wie es ist, einen Konflikt so strukturiert auszutragen.“ Richtig Feuer gefangen habe er eigentlich erst, während die Debatten liefen. „Am meisten Spaß hat mir das Rebutting gemacht“, sagt sein Mitstreiter Benedikt Rudloff, „also die Entgegnung auf die gegnerische Rede.“

Veranstaltet und finanziert wird die Meisterschaft von der Michael- Haukohl-Stiftung. Deren Vorsitzender und Namensgeber Michael Haukohl zeigt sich sehr zufrieden mit dem Format: „Wir merken so langsam, dass das jetzt in die Schulen hineingetragen wird.“

Von kab

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