Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Die Lust am Essen: Wie gesund ernähren sich die Lübecker?
Lokales Lübeck Die Lust am Essen: Wie gesund ernähren sich die Lübecker?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:04 13.04.2014
Anzeige
Lübeck

Jeder 20. Lübecker könnte in den nächsten Monaten interessante Post bekommen: Die Universität hat eine große Studie gestartet, um mehr über das Essverhalten zu erfahren. Die Kernfrage lautet: Warum essen wir mehr, als wir wirklich brauchen? „Wir möchten ganz genau wissen, warum die Verlockung so groß ist und warum es so schwer ist, zu verzichten“, sagt Prof. Dr. Meike Kasten, Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (36). „Beinahe allen Menschen fällt das relativ schwer.“ Klar ist bisher nur: Die Lust am Essen führt zu Übergewicht. Das Forscherteam erhofft sich Erkenntnisse darüber, welche Eigenschaften diese Lust befördern. Sich überlappende Hirnnetzwerke sollen dafür verantwortlich sein, so die Annahmen. Innere und äußere Faktoren, wie Hormone oder duftende Speisen, stehen vermutlich im Zusammenhang mit dem Zustand einer Person, die satt oder hungrig, schlank oder beleibt, krank oder gesund sein kann. Belohnung, Gewohnheit, Lebensstil und Gene sind weitere Faktoren. Wie sie die Nahrungsaufnahme beeinflussen, ist weitgehend unbekannt. Um dem auf den Grund zu gehen, werden Fragebögen an 10

000 Lübecker und Travemünder verschickt. Per Zufallsstichprobe wurden Personen im Alter zwischen 25 und 50 Jahren ausgewählt. 2000 Fragebögen sind bereits versendet worden, in den kommenden Monaten sollen 8000 weitere folgen. Der Bogen hat sechs Seiten, das Ausfüllen dauert etwa zehn bis 15 Minuten. „Gefragt wird zum Beispiel, ob auf das Gewicht geachtet wird. Oder ob besonders viel gegessen wird, wenn das Essen besonders gut riecht oder schmeckt“, erklärt die Psychologin Prof. Dr. Ulrike Krämer. „Fragen zur Gesundheits- und Lebenszufriedenheit sollen klären, inwieweit sich die Person verleiten lässt“, so die 34-Jährige. Denn wer Diabetes habe, ist vielleicht weniger anfällig, weil er auf die Nahrung achten muss. Bei einer Depression ist die Wahrscheinlichkeit vielleicht höher. Die angeschriebenen Personen können freiwillig antworten. „Wir hoffen, dass viele mitmachen“, sagt Meike Kasten. In der heutigen Gesellschaft sei es höchste Zeit, das Thema zu bearbeiten. Im Idealfall können die Forscher am Ende sagen, welche Eigenschaften und Gene für Übergewicht verantwortlich sind, wer also mit der Zeit zunehmen wird. „Langfristiges Ziel ist es, Konzepte zu entwickeln, um gegenzusteuern“, erklärt Ulrike Krämer. Ob mit Medikamenten, Gewohnheiten oder therapeutischen Maßnahmen. „Einfach mal eine Diät machen, funktioniert eben nicht“, so ihre Kollegin. Nach Auswertung der Fragebögen werden 700 Teilnehmer zu weiteren Untersuchungen eingeladen. Dann wird es unter anderem eine neurologische Untersuchung geben, Stoffwechsel und Gene werden genauer betrachtet, und es wird zu einer Testmahlzeit eingeladen. Am 16. Mai soll es damit losgehen. „Es gibt zwar kein Fünf-Sterne-Menü, aber die Probanden können unsere Arbeit kennenlernen und einen Beitrag zu diesem wichtigen Thema leisten“, so Krämer.Irene Burow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige