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Lübeck Die Musik-Kaserne ist gerettet
Lokales Lübeck Die Musik-Kaserne ist gerettet
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22:46 22.11.2016

Über eine Stunde lässt sich der Gast aus Kiel durch das große Gebäude „treiben“. Und sein Resümee fällt eindeutig aus. „Ich bin sehr beeindruckt, was an diesem sehr kreativen Ort passiert, so viele verschiedene Musiker mit so unterschiedlichen Musikstilen“, sagt Staatssekretär Rolf Fischer, zuständig für den Bereich Wissenschaft. Umso schöner sei es also, dass für die weitere Nutzung dieses Gebäudes nun eine tragfähige Lösung gefunden worden sei.

Dafür war es auch höchste Zeit. Denn am 16. Dezember läuft der bisherige Mietvertrag aus, der seit etlichen Jahren den rund 150 Musikern die Möglichkeit zum Proben, Unterrichten und Produzieren im ehemaligen Stabsgebäude der Cambrai-Kaserne gibt (die LN berichteten). „Bis zur Eigentumsübertragung, die 2017 erfolgen soll, gibt es jetzt eine Übergangslösung, die den bisherigen und zukünftigen Mietern die Sicherheit bietet, dort bleiben zu können“, führt Jürgen R. Claußen, Kanzler der Musikhochschule Lübeck (MHL), aus. Die MHL fungiert bisher als Vermieter der 52 Proberäume auf drei Etagen und hätte das Gebäude ans Land zurückgeben müssen.

Nun soll der langgezogene Bauriegel, der am Peenestieg unweit der Schwartauer Allee steht, im Laufe des nächsten Jahres vom Land zu einem Kaufpreis von 830000 Euro an die Deutsche Stiftung Rockmusik veräußert werden. Eine Zweckbindung in der künftigen Nutzung für kulturelle Zwecke und eine Mehrerlösklausel will sich das Land vertraglich zusichern. Die geforderte Summe ist spürbar unter dem festgestellten Verkehrswert, der eigentlich mit rund 1,3 Millionen Euro angesetzt war.

„Wir sind natürlich sehr froh“, freut sich Kristoph Krabbenhöft. Der 25-Jährige steht zusammen mit Jan-Christoph Mohr, dem Chef der „Salt peanuts – Big Band der Lübecker Hochschulen“ und Holger Maack, Vorstand der Deutschen Rockmusik-Stiftung aus Hannover, dem Verein Musikkultur Lübeck vor, der eigens zur Rettung der Musik-Kaserne gegründet worden war. „Durch eine Finanzspritze von Possehl in Höhe von einer halben Million Euro sowie eine kreditfinanzierte Summe hatten wir bereits 900000 Euro zusammen bekommen, die nun durch das Entgegenkommen des Landes glücklicherweise ausreichen“, ist er sichtlich erleichtert.

Für Holmer Harms, der in dem Gebäude Schlagzeug unterrichtet, ist die Nachricht aus Kiel „einfach fantastisch – und zwar nicht nur für uns betroffene Musiker, sondern für die ganze Stadt“, wie er betont.

 Michael Hollinde

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