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Lübeck Die Orgel ist seine Passion
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21:12 01.09.2017
Der neue Travemünder Kantor Friedemann Becker fühlt sich in seiner Kirche St. Lorenz schon sehr wohl und willkommen. Quelle: Foto: Michael Hollinde
Travemünde

Crailsheim – Lübeck. Dass diese Verbindung bei Musikern sehr gut passt, hat schon Sabine Meyer, Dozentin der Musikhochschule und weltberühmte Klarinettistin gezeigt. Auch der neue Travemünder Kantor der St. Lorenz-Kirchengemeinde ist in der schwäbischen Kreisstadt geboren. „Aufgewachsen bin ich aber größtenteils in Reutlingen, wo mein Vater dann als Kirchenmusiker hingewechselt ist“, sagt Friedemann Becker.

Seit einem Monat ist er nun im Seebad in Amt und Würden und hat auch entsprechend schon Hochzeiten, Gottesdienste und Orgelmatinees begleitet. „Doch in die Vollen geht es nächste Woche nach den Sommerferien, wenn am Donnerstag um 19.30 Uhr mit der Kantorei die erste Chorprobe ansteht“, erklärt der 39-Jährige. Von Aufwärmphase könne keine Rede sein, müsse doch schon die Literatur für den Reformationsgottesdienst und das Weihnachtskonzert in der Adventszeit geprobt werden.

Dass er als Nachfolger von Hans-Martin Petersen, der 38 Jahre lang nicht nur die Travemünder Kirchenmusik prägte, auf einem hohen Niveau ansetzt, ist ihm durchaus bewusst. „Ich hoffe, dass dies halbwegs so bleibt, und ich werde alles dafür tun“, betont er. Auch an seiner alten Wirkungsstätte, in der Offenbacher Lutherkirche, hatte er einen zahlenmäßig ebenbürtigen Chor, mit dem er in seiner fünfjährigen Amtszeit zahlreiche Konzertprojekte auf die Beine gestellt hat.

Ausschlaggebend für seinen Wechsel war daher der Fokus Orgelspiel in der Stellenbeschreibung. „Denn diese Veranstaltungsformate in St. Lorenz sind wahnsinnig attraktiv für jemanden wie mich, der regelmäßig professionell Orgel spielen möchte“, bekennt der Neu-Travemünder. In Offenbach sei das leider nicht möglich gewesen, da es dort fast kein Publikum für diese geistliche Musik gegeben hätte.

Sein Beruf ist ihm quasi in die Wiege gelegt worden. „Ich saß immer bei meinem Vater auf der Orgelempore und habe dann, als ich älter war, immer umgeblättert“, erinnert er sich, „zudem haben wir als Kantorenfamilie stets kräftig mitgemischt, beim Eintrittskarten stempeln, Cembalo tragen, Plakate aufhängen et cetera.“ Klavierunterricht folgte schließlich als Vorstufe zur Orgel.

Dass er nach seinem Zivildienst erstmal ein Informatik-Studium in Tübingen begann, ist ein kleiner Schnörkel in seinem Lebenslauf. „Der Gedanke hatte sich irgendwie bei mir damals festgesetzt“, schildert er, „abgeschlossen habe ich es jedoch nicht, da Kirchenmusik und Informatik parallel vom Zeitbudget nicht passten.“ Mit dem A-Examen der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Tübingen in der Tasche ging es anschließend in die Berufspraxis.

„Ich wohne auf dem Priwall, direkt neben dem Rosenhof“, erzählt er zum Abschluss des Gespräches, „und wenn ich es lang genug hier aushalte, dann kann ich gleich rüberziehen“, schmunzelt er.

Michael Hollinde

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