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15:04 21.09.2017
Claudia Schmidtke möchte für die CDU in den Bundestag einziehen und dort den Wahlkreis 11 vertreten. Quelle: Agentur 54°
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Die Herzspezialistin Prof. Claudia Schmidtke will den Wahlkreis 11 für die CDU direkt gewinnen. Sie tauchte im vergangenen Jahr völlig überraschend auf der politischen Bühne auf und setzte sich im parteiinternen Wettbewerb um die CDU-Kandidatur noch überraschender klar durch. 

Selbst eingefleischte Christdemokraten kannten die 51-Jährige nicht, die sich im Herbst vergangenen Jahres zu einer Kandidatur zum Bundestag anmeldete. Schmidtke war damals gerade zwei Jahre in der Partei, arbeitete in zwei Landesfachausschüssen der CDU mit - für die meisten war sie ein unbeschriebenes Blatt. Parteipolitik war für die Akademikerin mit einer brillanten Karriere zuvor nie ein Thema gewesen. 

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Schmidtke erzählt von zwei Schlüsselereignissen, die sie zum Entschluss brachten, sich einzumischen. 2010 wollte eine CDU/FDP- Landesregierung die Uni Lübeck abwickeln. 2015 wollte die Kieler Koalition aus SPD, Grünen und SSW im Bornkamp eine große Erstaufnahme für Flüchtlinge errichten. Sie ging in die CDU, „weil sie meinen Vorstellungen und Werten am nächsten kommt“.

Die leitende Chefärztin - unverheiratet, keine Kinder, Wohnort St. Jürgen - ist Mitglied im Ortsverband Süd, aber die klassische Parteikarriere mit Stallgeruch hat sie übersprungen. Warum gleich in den Bundestag? „Jung, weiblich und aus der Stadt“ lautete die Arbeitsplatzbeschreibung bei der CDU. „Über jung kann man streiten, der Rest trifft zu“, sagt Schmidtke. Sie sei „zur rechten Zeit am rechten Ort“ gewesen. Und musste gleich in eine Kampfkandidatur.

Am 1. Dezember setzte sie sich deutlich gegen ihren Lübecker Mitbewerber Burkhart Eymer durch. Geholfen hat ihr zweifellos, dass sie sich unmittelbar nach Bekanntgabe ihrer Kandidatur in den lauenburgischen Ämtern des Wahlkreises eine Hausmacht aufbaute. Zum ersten Mal seit Bestehen des gemeinsamen Wahlkreises schlugen die lauenburgischen Christdemokraten eine eigene Kandidatin vor.

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Mit ihrer Nominierung sei ihr der erste Coup gelungen, erzählt die in Neumünster geborene und aufgewachsene Ärztin. „Jetzt folgt der zweite Coup.“ Schmidtke rechnet sich Chancen aus, ihre SPD-Mitbewerberin Gabriele Hiller-Ohm zu schlagen. 2013 unterlag die damalige CDU-Bewerberin Alexandra Dinges-Dierig nur mit 5223 Erststimmen. Schmidtke: „Nach fünf Jahrzehnten wird es Zeit, der SPD das Direktmandat abzunehmen.“ Die 51-Jährige ist fest überzeugt, dass es ein Zweikampf wird, die übrigen Kandidaten würden keine Rolle spielen. Auch der Grünen-Kandidat Thorsten Fürter nicht, der selbst das Direktmandat anstrebt.

Die leitende Chefärztin hat sich für die heiße Phase des Wahlkampfes vom Job freistellen lassen. Jeden Tag ist sie jetzt von früh bis spät unterwegs, steht an Infoständen, besucht Veranstaltungen und geht von Haustür zu Haustür. Mit 1800 Wahlplakaten spricht sie die Wähler an, weitere 700 hängen für Angela Merkel und Themenaussagen. Im Bundestag will sich Schmidtke, die 18 Jahre lang am UKSH arbeitete und berufsbegleitend Gesundheitsökonomie studierte, um Gesundheits- und Wissenschaftsthemen kümmern. „Ich komme aus dem richtigen Leben“, sagt Schmidtke, „ich kenne viele Krankenschwestern, und die sagen zu mir: Setz dich für uns ein.“

Die Wahl

166800 Wahlberechtigte sind in der Hansestadt aufgerufen, am 24. September bei der Bundestagswahl ihre Stimme abzugeben.

Im Wahlkreis 11, zu dem neben Lübeck auch lauenburgische Ämter zählen, sind es sogar knapp 177000. Bei der Wahl 2013 waren es fast 182000 Wahlberechtigte im Wahlkreis 11, 2009 waren es 180424 und 2005 179114.

Über 16 000 Briefwahlanträge wurden bis zum 4. September ausgehändigt oder zugeschickt. Das seien zehn Prozent der Wahlberechtigten in Lübeck, berichtet die CDU-Bewerberin Prof. Claudia Schmidtke. Seit dem 28. August können Wähler im Rathaus ihre Stimme abgeben oder Unterlagen abholen. Die Direktkandidaten Sieben Parteien und Wählergemeinschaften treten bei der Bundestagswahl am 24. September mit einem Direktbewerber im Wahlkreis 11 (Lübeck und Nord-Lauenburg) an.

Die Mitbewerber von Claudia Schmidtke (CDU) sind die Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller- Ohm (SPD), Thorsten Fürter (Kreisvorsitzender der Grünen), Timo Jeguschke (FDP), Ingo Voht von den Freien Wählern, Hans-Eberhard Knust (AfD) und Lüder Möller (MLPD). Sascha Luetkens (Linke) hatte keine vollständigen Unterlagen eingereicht und kann nicht antreten.

KAI DORDOWSKY

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