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Lübeck Die Retter vom Mittelmeer
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21:17 12.04.2017

Zwei Wochen, eine Crew und eine gemeinsame Mission: Leben retten. Mit seinem Team fuhr Michael Schwickart zwei Wochen lang auf der „Sea-Watch 2“ vor der afrikanischen Küste, um Geflüchtete vor dem Ertrinken zu retten. Im Solizentrum auf der Wallhalbinsel berichtete er von seinen Erlebnissen im Mittelmeer. Ebenfalls zu Gast war Klaus Sasse von dem Netzwerk „Watch The Med Alarm Phone“.

Mit einem umgebauten Kutter startete die private Initiative Sea-Watch 2015 ihren ersten Einsatz. Die gemeinnützige Organisation, die sich der zivilen Seenotrettung von Flüchtenden verschrieben hat, rettet seither hilflose Menschen im Mittelmeer. Das Schiff „Sea-Watch 2“ patrouilliert vor der libyschen Küste, um aktiv nach Flüchtlingsbooten zu suchen. „Diese werden medizinisch versorgt und dann mit anderen Schiffen sicher in europäische Häfen überführt“, erklärt Schwickart.

Bis heute waren die Freiwilligen an der Rettung von über 20000 Menschen in Seenot beteiligt. Erlebnisse, die Schwickart nie vergessen wird. „Das sind schwere Zeiten für die Psyche, wenn man vor Ort ist. Das Schwierigste ist aber das Zurückkommen, wenn die Crew nicht mehr da ist, um einen aufzufangen.“ Sie seien noch immer präsent, die Bilder von ertrunkenen Menschen im Mittelmeer. Noch immer sind Flüchtlinge vor den Küsten Europas in Lebensgefahr. „So lange das so ist, wird die Sea Watch raus fahren und nach ihnen suchen“, sagt Schwickart.

Unterstützt wird Sea-Watch von vielen Partnern und Organisationen. Darunter auch das Projekt Alarmphone, eine Hotline (00334/86517161) für in Seenot geratene Flüchtlinge, die die Position des Anrufers ausfindig macht und die zuständige Küstenwache alarmiert. Zu Hochzeiten im Jahr 2015 gingen über die Telefonnummer täglich etwa 15 Anrufe bei dem Netzwerk ein. Mitglied Klaus Sasse: „Das Bewegende an dem ganzen Projekt ist, dass kein einziger Mensch, der hier anruft, aufgegeben wird. Wir versuchen bis zum Schluss zu klären, wo sie geblieben sind und ob sie gerettet werden konnten.“

Trotzdem sei die Tatsache, dass es überhaupt Menschen gibt, die sich auf die gefährliche Flucht über das Meer begeben, noch immer erschütternd, finden Sasse und Schwickart. Doch auch in Zukunft würden Menschen diesen gefährlichen Weg in instabilen Schlauchbooten wählen. „Weitere Fluchtursachen wie der Klimawandel kommen hinzu, deshalb müssen wir an die Fluchtursachen ran und diese bekämpfen. Nur so kann man diese Katastrophe stoppen“, resümiert Schwickart.

er

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