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Lübeck Die Stimmen der Verlierer
Lokales Lübeck Die Stimmen der Verlierer
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11:53 24.09.2013
Bundestagswahl: Das Ergebnis aus Lübeck.

Die Lübecker Linken feierten in ihrem Parteibüro in der Hundestraße trotzdem kräftig. „Für uns war das Ergebnis der Bundestagswahl eine Erlösung“, sagt der Kreisvorsitzende Sascha Luetkens. Denn bei der Landtagswahl 2012 und bei der Kommunalwahl im Mai dieses Jahres erlitt die Linke empfindliche Niederlagen. Mit 6,5 Prozent der Zweitstimmen (knapp 8000 Voten) im Wahlkreis 11 habe man „ganz ordentlich abgeschnitten“, erklärt Luetkens.

Bedeutungslos bleiben die Freien Wähler, die sogar weniger Zweitstimmen im Wahlkreis 11 bekamen als die Tierschutzpartei und die NPD. „Ich bin nicht zufrieden“, erklärt der Direktkandidat und Landes- wie Kreisvorsitzende Thomas Misch. „Aber angesichts der Gesamtumstände geht das Ergebnis in Ordnung.“ Der Aufbau der Partei im Norden sei ein langwieriger Prozess. Misch: „Wir machen weiter.“

Die CDU warnt sogar davor, die Freien Wähler auf kommunaler Ebene in ein Rathausbündnis aufzunehmen. CDU-Fraktionschef Andreas Zander: „Die Freien Wähler haben bei den Zweitstimmen in Lübeck 698 von insgesamt 112 028 Stimmen erhalten — weniger als die NPD. Derartige Splittergruppen haben keinen Regierungsauftrag, auch nicht kommunal.“

Vor Ort seien keine Fehler gemacht worden, stellt Roland Vorkamp, Vorstandssprecher der Grünen, fest: „Das war eindeutig die Steuerdiskussion und die Pädophilie-Debatte.“ Die Grünen holten 11,2 Prozent im Wahlkreis 11 und liegen damit deutlich besser als im Bund — aber schlechter als in Kiel (14,1 Prozent). Vorkamp: „Das ärgert mich.“

Die Liberalen blicken gebannt nach Berlin, wo sich die Partei neu sortiert. Zum angekündigten Rücktritt der Führungsebene sagt Gerrit Koch, Direktbewerber in Lübeck: „Das ist unausweichlich. Wir brauchen jetzt gute Kräfte, die den Laden übernehmen.“

Die Piraten bewerten ihr Abschneiden selbstkritisch als miserabel. Und laden die Bürger ein, Kritik auf den wöchentlichen Treffen der Partei offen vorzutragen. Sprecher Detlev Stolzenberg: „Aber die Grundideen der Piratenpartei halten wir für so wichtig, dass wir die Flinte nicht ins Korn werfen werden.“

dor

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