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Lübeck Die Stöberkammer ist ein Geheimtipp für Retro-Fans und Sparfüchse
Lokales Lübeck Die Stöberkammer ist ein Geheimtipp für Retro-Fans und Sparfüchse
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20:25 21.08.2017
Kultige Pfeffermühle: Ingrid Lenz sortiert in der Kücknitzer Stöberkammer neue Ware ein. Quelle: Foto: Ines Langhorst

Hier zählt nicht nur die Idee der Nachhaltigkeit, sondern es geht vor allem um die Farben, die ausgefallenen Muster und Materialen der alten Teile – denn die sind angesagt. Und preiswert ist es dort obendrein.

Wer bei dem Wort Stöberkammer an ein kleines Zimmerchen mit altem Zeug unterm Dach denkt, liegt falsch. Im Keller des Kirchen-Forums Alte Post warten in Holzregalen Damen- und Herrenbekleidung, Kinderklamotten, Tisch- und Bettwäsche und jede Menge Hausrat. Bücher, Schallplatten und Kinderspielzeug ergänzen das Angebot.

„Die Kunden haben ganz unterschiedliche Motive, ihre Sachen bei uns abzugeben“, weiß Ingrid Lenz. Sie organisiert das Team der Stöberkammer. Die Kinder seien längst aus dem Haus: Das alte Holzspielzeug sei aber nicht kaputt und zu schade für den Müll. Ähnlich sei es mit wertvollen Sammeltassen oder Kristall. Dem Steingut-Service fehlen die Teller, die alte Pfeffermühle passt nicht mehr ins Regal der neuen Küche.

Vor fünf Jahren ist Lenz mit dem Projekt gestartet, 40 Helfer standen ihr von Anfang an tatkräftig zur Seite. „Wir sind kein Sozialkaufhaus im klassischen Sinn“, sagt Ingrid Lenz. Wer in der Stöberkammer einkaufen will, muss seine Bedürftigkeit nicht nachweisen. An vier Tagen in der Woche, vorwiegend am Vormittag ist die Stöberkammer für alle geöffnet. „Wir haben immer mal wieder Leute, die sich bei uns für ihre Mottoparty eindecken“, erzählt Lenz. Aber auch Menschen mit schmalem Einkommen kämen vorbei.

Die Preise in der Stöberkammer sind moderat. Die meisten Artikel kosten zwischen einem und fünf Euro. Gefeilscht wird nicht mehr, denn der Erlös aus der Stöberkammer ist für den guten Zweck. Ein Teil der Energiekosten des Kirchenforums wird damit beglichen. Außerdem guckt sich das Stöberkammer-Team jedes Jahr ein bis zwei soziale Projekte in und um Kücknitz aus, die finanziell bedacht werden.

Ingrid Lenz und ihre Kolleginnen sind immer wieder überrascht, wie viele gute Sachen in der Stöberkammer landen. Handtaschen aus echtem Leder, ein chinesisches Teeservice oder Tischdecken aus Leinen – das alles seien Dinge, die oft sehr schnell wieder verkauft seien. „Wer ein wenig Zeit mit in die Stöberkammer bringt, geht nicht leer wieder nach Hause und kann oft ein tolles Schnäppchen machen“, sagt Ingrid Lenz. Die Dinge, die über längere Zeit nicht verkauft werden, werden zur Vorwerker Diakonie gebracht. „Mit der Einrichtung haben wir eine Kooperation“.

Die „Stöberkammer“ der Kücknitzer Kirchengemeinde finden Vintage-Liebhaber und Sparfüchse im Kirchen-Forum „Alte Post“, Straßenfeld 2. Geöffnet ist Montag von 8.30 bis 11.30 Uhr, Dienstag von 9.30 bis 12 Uhr, Donnerstag von 9.30 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr sowie Freitag von 9.30 bis 12 Uhr. Mehr Infos unter www.kirche-kuecknitz.de/angebote.

LN

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