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Lübeck Die Zeit der rauen Seemannslieder
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20:33 24.06.2016
Wegen einer Unwetterwarnung musste das Bundespolizei-Orchester vor der Bühne spielen – den Zuschauern gefiel es trotzdem. Quelle: Fotos: Olaf Malzahn
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Travemünde

Travemünde Raue Gesänge entspringen den Kehlen älterer, bärtiger Männer in Seemannstracht. Am ersten Tag des vierten Shanty-Festivals konnten sich die Besucher gestern selbst überzeugen: Shanty-Sänger sehen in der Regel wirklich so aus – Frauen natürlich ausgenommen. Pünktlich um 14 Uhr eröffneten Bürgermeister Bernd Saxe, Organisator Wolfgang Hovestädt, LTM-Chef Christian Martin Lukas und der Staatssekretär aus dem Kieler Wirtschaftsministerium, Dr. Frank Nägele, das maritime Event in Travemünde.

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Wegen einer Unwetterwarnung musste das Bundespolizei-Orchester vor der Bühne spielen – den Zuschauern gefiel es trotzdem.

Nägele betonte insbesondere die Bedeutung der emotionalen Verbindung, die durch gemeinsames Singen auch zwischen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten geschaffen werde. Denn wie auch im vergangenen Jahr werden beim diesjährigen Fest Chöre aus dem Ausland zu Gast sein – darunter aus Holland, der Schweiz und den Niederlanden.

Bei allen Ähnlichkeiten zum letzten Jahr gibt es doch auch Unterschiede. Allen voran die Wahl des Eröffnungs-Acts: So hatte das Sänger-Ensemble „Möwenschiet“ in den Vorjahren stets die Eröffnung auf der einlaufenden „Lisa von Lübeck“ musikalisch begleitet. Dieses Jahr war es im Vorwege zum Eklat gekommen, da das Bundespolizei-Orchester Hannover diese Rolle einnehmen sollte – aus Platzgründen allerdings nicht auf der Lisa von Lübeck, sondern auf einer der fünf Bühnen an der Travepromenade. Der Möwenschiet-Chor hatte von dieser Änderung erst durch die Berichterstattung in den Medien erfahren und mit einer Absage aller im Rahmen des Events geplanten Auftritte geantwortet (die LN berichteten).

„Wir haben jetzt bereits 29 Anmeldungen für das nächste Jahr bei einer Kapazität von 30 Gruppen“, berichtete Wolfgang Hovestädt gestern dazu. Noch werde der letzte Platz für „Möwenschiet“ reserviert, und er hoffe, dass das Ensemble bald reagiere, und man den Zwist beenden könne. Das Blasorchester der Bundespolizei hatte mit all dem Ärger freilich wenig am Hut und erfreute die trotz Hitze zahlreichen Zuhörer mit einem von Klassik bis Pop reichenden Repertoire. Als kleines Highlight ließ man zu „Über den Wolken“ fünfzig weiße Tauben aufsteigen, die sich rasch unter die Travemünder Möwen mischten und „hoffentlich bald wieder nach Hause kommen“, so Rolf Odemann von der Hamburger Taubenvermietung. Das größte Shanty-Festival Deutschlands endet am Sonntagabend. Vielleicht trifft der ein oder andere Besucher bis dahin ja auf eine weiße Taube – und mit Glück ist sie Vorbote eines streitfreien 5. Shanty-Festivals 2017.

Das Programm an der Travepromenade

70 000 Besucher erwarten die Veranstalter bei gutem Wetter an den fünf Bühnen zwischen Ende der Vorderreihe und Wasserschutzpolizei. Bis Sonntagabend gibt es ein umfangreiches musikalisches Programm sowie Essen und Trinken vor Ort. Zwischen Bühne vier und fünf finden Besucher die „Shanty-Lounge“ zum Kaffeetrinken und Verweilen.

Heute: Los geht es um 11 Uhr auf Bühne Nummer Eins. Anschließend treten die Chöre abwechselnd auf allen Bühnen auf, so dass immer irgendwo gesungen wird. Internationale Gäste stehen zum Beispiel um 11.30 Uhr auf Bühne Nummer Zwei (Ainrommer Shantykoor, Niederlande) oder um 15.30 Uhr auf Bühne Vier (Shantykoret Capastan, Dänemark). Am Abend findet auf der Trave dann um 22.40 Uhr die „Feuer-Wasser-Musik-Show“ statt.

Sonntag: Morgen startet das Programm um 11 Uhr mit einem Seemannsgottesdienst auf Bühne Eins, ab 12 Uhr singen die Chöre dann wieder im Wechsel. Ab 19 Uhr klingt das Festival mit dem gemeinsamen Singen von vier Chören auf Bühne Fünf aus.

 Luisa Jacobsen

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