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Lübeck Die jungen Helfer bei den Filmtagen
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22:34 01.11.2013
Die Studentinnen Jule Hoffmann (r.) und Lea Inselmann arbeiten im Pressebüro der Filmtage. Quelle: Fotos: Lutz Roeßler

Einige der blauen Taschen für die Gäste sind schon gefüllt. Jule Hoffmann, Praktikantin im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei den 55. Nordischen Filmtagen in Lübeck, sitzt mitten in der blauen Flut, doch langsam kommt für sie Land in Sicht. Die 25-Jährige ist eine von fünf Praktikanten, die bei dem Festival mithelfen. Die junge Frau studiert in Berlin Angewandte Literaturwissenschaft und hat für zwei Monate den Vorlesungssaal gegen das Pressebüro getauscht. Seit dem Beginn der diesjährigen Filmtage am Mittwoch bearbeitet sie Akkreditierungsunterlagen und händigt den Besuchern die Begrüßungstaschen mit dem Festivalkatalog, Flyern und Informationen zu den Events aus.

Jule Hoffmann wird beim Packen immer wieder unterbrochen. Journalisten, Fachbesucher aus der Film-, Fernseh- und Videobranche, Regisseure, Produzenten, Verleiher und Kinobesitzer geben sich im Pressebüro die Klinke in die Hand. Die Nordischen Filmtage in Lübeck zählen zu den traditionsreichsten Filmfestivals der Welt und sind ein wichtiger Treffpunkt für die Filmbranche aus Deutschland sowie dem Norden und Nordosten Europas. Das ist einer der Gründe, weshalb Hoffmann unbedingt bei den Filmtagen arbeiten wollte und weshalb sie sich im Frühjahr für das Praktikum beworben hat. „Es ist toll, man bekommt alles vom Festival mit“, sagt sie. Aufgeregt ist sie angesichts der geballten Prominenz eigentlich nicht. Routiniert beantwortet die Studentin Fragen, gibt die sogenannten Badges (Zutrittsausweise) aus und bewahrt Ruhe, auch wenn es hektischer wird. „Die Herausforderung ist, im Chaos den Überblick zu behalten“, sagt Lea Inselmann (27), die ihr im Pressebüro zur Hand geht.

Ziemlich hektisch geht es gerade auch bei Tahnee Römer Wabnegg zu. Sie hilft den Massen von Schülern, die aufgeregt plappernd ins Schulkino im Kolosseum strömen, sich zurechtzufinden. Sie achtet darauf, dass jeder im richtigen Saal landet. Die 27-jährige Kölnerin hat gerade ihre Bachelor-Arbeit abgegeben. Jetzt betreut sie unter anderem die Jury, die beim Festival immerhin acht Auszeichnungen zu vergeben hat. „Meine Sprachkenntnisse sind hier auf jeden Fall ein großer Pluspunkt“, sagt die Skandinavistik- und Sinologie-Studentin. „Die Gäste aus Norwegen und Dänemark freuen sich ,wenn ich ihre Sprache verstehe.“ Seit zwei Monaten hat sie die Reise und Unterkunft der internationalen Festivalbesucher organisiert und die Kinder- und Jugendjury betreut. Stolz stellt sie die Mitglieder vor: „Die Schauspielerin Michelle Barthel hat gerade ihr Kinofilmdebüt Spieltrieb rausgebracht, Natàlja Wiedemann ist Medienpädagogin, und Markus Dietrich — Regisseur und Drehbuchautor — stellt seinen Film Sputnik im Filmforum vor.“

Doch nicht nur der Kontakt mit vielen interessanten Menschen aus der Filmbranche gefalle ihr, sondern auch die abwechslungsreiche Arbeit. „Man trägt relativ viel Verantwortung, aber man wird ja die ganze Zeit vom Team unterstützt. Die gucken uns schon auf die Finger“, sagt sie lachend.

Freya Schwachenwald (19), die im Bereich Kinder- und Jugendfilm ihr Praktikum absolviert, findet: „Es sind ganz viele kleine Momente und Begegnungen, die die Arbeit auf den Filmtagen zu so einem besonderen Erlebnis machen.“ Sie stammt aus Lübeck und studiert derzeit in Weimar Europäische Medienkultur. „Man erlebt jeden Tag etwas Neues“, sagt sie. Am meisten beeindruckt habe sie die Begegnung mit dem finnischen Produzenten Mirco Röhr. „Ich war mit ihm in der Schulvorstellung. Nach dem Film haben die Kinder ihn mit Fragen bombardiert.“ Der Produzent habe ihr anschließend erzählt, dass diese Begegnung mit den Schülern die Vorstellung zu der schönsten gemacht habe, die er je erlebt hat.

Melina Ulbrich

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