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Lübeck Die letzte Heimat des Bolstentoks
Lokales Lübeck Die letzte Heimat des Bolstentoks
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22:15 01.12.2016
Beim Dagmar Czudaj im Café gibt es noch die falschen Holstentore. Gäste lassen sie gern mal mitgehen. FOTO: MAXWITAT

Es ist nur wenige Zentimeter hoch und steht auf Steinchen in einem Glas unter einer Kerze. Das mittlerweile berühmte „Bolstentok“, ein falsch beschriftetes Miniatur-Holstentor, steht gleich in mehrfacher Ausführung auf den Tischen im Café Czudaj in der Mühlenstraße. „Es ist bei uns ähnlich schief gegangen wie beim Lübeck und Travemünde Marketing“, erzählt Nora Czudaj. Für Servietten, Schleifen und Dekoration hat das Café einen Zulieferer. „Er kommt quasi mit einem Köfferchen und fragt, ob wir verschiedene Dinge haben wollen“, so die Konditormeisterin.

Die kleinen rot-braunen „Bolstentoks“ stehen nun schon ein bisschen länger im Café Czudaj. „Es ist uns tatsächlich auch erst später aufgefallen – am Anfang haben wir die weiße Schrift gar nicht so genau in Augenschein genommen“, sagt Czudaj. So fiel es einige Zeit gar nicht auf, dass bei der Herstellung der Holstentor-Deko einige Striche falsch gemalt wurden. Für Aufsehen hatte das falsche Wahrzeichen aber erst gesorgt, als Christian Martin Lukas, Chef der Stadtmarketing-Gesellschaft LTM, bei Facebook ein Foto des Fehldrucks gepostet hatte.

In Auftrag gegeben wurde das zehn Zentimeter große Modell über einen Zwischenlieferanten in China. Und da fällt die deutsche Rechtschreibung natürlich schwer. Von den 36 Mitbringseln, die im Welcome-Center der LTM zu kaufen waren, gab es innerhalb kürzester Zeit keine Exemplare mehr, so beliebt waren die „Bolstentoks“ bei den Lübeckern.

Im Café Czudaj gibt es die kleinere Version des „Bolstentoks“ noch – sie steht allerdings nicht zum Verkauf. „Wir hatten eigentlich eine Marge von 40 Stück. Ungefähr zehn sind aber auf mysteriöse Weise verschwunden“, erzählt Nora Czudaj. Nachbestellen kann man die Fehldrucke nicht mehr. „Wir haben das versucht, aber es gibt sie tatsächlich nicht mehr.“ Anfangs sei es den Mitarbeitern in Café

noch unangenehm gewesen, dass man den Rechtschreibfehler nicht bemerkt hatte. „Erst als wir in den Lübecker Nachrichten gelesen haben, dass es auch bei der LTM die ,Bolstentoks‘ gab und sie ein Verkaufsschlager wurden, fanden wir es auch sehr witzig“, sagt Czudaj – auch wenn seitdem immer mehr „Bolstentoks“ aus den Deko-Schalen verschwunden seien. „Am Anfang hat es uns geärgert, dass die Figuren mitgenommen wurden, aber so ist das nunmal“, sagt die Konditormeisterin und muss ein bisschen lachen. Dass die letzten 30 „Bolstentoks“ aus der limitierten Auflage noch auf den Tischen im Café stehen, mache ja auch ein bisschen stolz. top

LN

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