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Lübeck Luxusmode gestohlen: Bewährung für Täter
Lokales Lübeck Luxusmode gestohlen: Bewährung für Täter
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19:11 25.09.2018
Die Strafe des Angeklagten wurde zur Bewährung ausgesetzt. Quelle: Neelsen
Lübeck/Scharbeutz

Der Angeklagte zeigte sich vor dem Lübecker Amtsgericht am Mittwoch umfassend geständig: Drei Mal seien er und ein bisher nicht identifizierter Mittäter namens Sergej in Bekleidungsgeschäfte in Travemünde und Scharbeutz eingebrochen und hätten diverse Kleidungsstücke im Gesamtwert von rund 57 000 Euro erbeutet.

Mit einem Stein hätten er und Sergej die Scheiben der Schaufenster eingeschlagen und sich so Zutritt zu den Geschäften verschafft, ließ der Angeklagte über seinen Anwalt erklären. Der 35-Jährige bestätigte damit die Ausführungen der Staatsanwältin Kathrin Karoß. In ihrer Anklageschrift warf sie dem Mann vor, im August, im Oktober und im November 2015 in die Modegeschäfte Matzen in Travemünde sowie Closed und Shark in Scharbeutz eingebrochen und dort zusammen mit dem Mittäter hochpreisige Kleidungsstücke erbeutet zu haben.

Der Prozess konnte erst jetzt, drei Jahre nach den Taten, stattfinden, da der 35-Jährige in seinem Heimatland Polen bis zuletzt eine Haftstrafe wegen anderer Delikte verbüßte, darunter auch Diebstahl. Wie der Vorsitzende Richter Jörg Hentschel erklärte, wollten die polnischen Behörden den Mann nicht vor Ende der Haftzeit nach Deutschland ausliefern.

Täter überrascht vom Wert der Kleidung

Dass die erbeutete Ware einen Wert von 57 000 Euro haben soll, habe sein Mandant erst nicht glauben können, berichtete sein Verteidiger. Dazu erklärte Staatsanwältin Karoß: „Der Schadenswert richtet sich nach dem tatsächlichen Verkaufswert und nicht nach einem geschätzten Einkaufswert der Kleidungsstücke.“ In einer detaillierten Aufstellung benannte Richter Hentschel die gestohlenen Kleidungsstücke: Mäntel, T-Shirts, Jacken, Pullover, auch Gürtel und Caps mitunter namhafter Hersteller.

Viel Geld will der 35-Jährige mit dem Diebesgut allerdings nicht gemacht haben. Denn den Weiterverkauf habe Mittäter Sergej – dessen Nachnamen er nicht kenne – übernommen. 200 Euro habe der ihm nach dem ersten Einbruch gegeben. Nach den anderen insgesamt 500 Euro. Was genau Sergej mit der Ware gemacht hat, wisse er nicht. Denn kurz nach den Diebstählen sei der Angeklagte immer wieder zurück nach Polen gereist.

In Deutschland habe sein Mandant eigentlich legal auf dem Bau arbeiten wollen, erklärte der Anwalt des Mannes. Doch statt einer erhofften Anstellung hätte er immer nur Geld auf die Hand bekommen. Zum Hintergrund der Taten sagte der Verteidiger: „Es ging um Existenzsicherung, nicht darum, ein luxuriöses Leben noch luxuriöser zu machen.“

Strafe zur Bewährung, aber 57 000 Euro Schulden

Der Angeklagte zeigte sich gegenüber dem Gericht reuig: „Ich hatte im Gefängnis viel Zeit, um über meine Fehler nachzudenken“, sagte er. Ein Dolmetscher übersetzte. Es tue ihm leid, dass er diese Diebstähle begangen habe. Und: „Ich möchte endlich ein anderes Leben führen.“

Unter anderem das Geständnis bewog das Gericht letztlich dazu, die Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten zur Bewährung auszusetzen (Bewährungszeit: drei Jahre). Da sein Mittäter bisher nicht identifiziert werden konnte, muss er aber den Schadenswert von rund 57 000 Euro begleichen.

Luisa Jacobsen

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