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Lokales Lübeck Dieser Hund „bewacht“ den Lübecker Flughafen
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12:26 09.10.2018
Der Magyar Vizsla Rüde Teddy beobachtet die Landebahn des Flughafens Lübeck. Der Ungarische Vorstehhund soll hier durch regelmäßige Rundgänge jegliches Wild vergrämen, das den Flugverkehr gefährden könnte. Quelle: Markus Scholz/dpa
St. Jürgen

Wenn Flughafenhund „Teddy“ im Dienst ist, haben Kaninchen und Wildschweine auf dem Gelände des Flughafens Lübeck nichts zu lachen. Der fünfjährige Magyar Vizsla oder Ungarische Vorstehhund vergrämt das Wild auf dem Flughafen, damit es startenden und landenden Flugzeugen nicht gefährlich werden kann. Er scheucht die Tiere von der Start- und Landebahn weg in Richtung Zaun, aber er rührt sie niemals an. „Das war ein hartes Stück Arbeit, ihm das beizubringen“, sagt sein Besitzer Michael Zimmermann.

Immer wenn Zimmermann seinem Hund das Brustgeschirr anlegt, weiß „Teddy“, dass es gleich losgeht. Aufmerksam scannt er das Flughafengelände mit seinem Blick, ungeduldig zieht er an der Leine. Dann beugt Zimmermann sich zu ihm hinunter und flüstert ihm ins Ohr: „Wo ist der Hase?“ Auf dieses Stichwort hat der Hund gewartet. Er sprintet los in die Richtung, die sein menschlicher Partner ihm mit ausgestrecktem Arm weist. „Unsere Verständigung läuft in erster Linie über Gesten, da es auf einem Flughafen recht laut werden kann“, sagt Zimmermann.

Klicken Sie hier, um weitere Bilder von Hund „Teddy“ zu sehen, der den Flughafen Lübeck-Blankensee bewacht.

Gefahr für den Flugbetrieb durch Hasen, Dachse und Wildschweine

Seit rund zwei Jahren sind er und „Teddy“ als Wildlife Control-Team auf dem rund 135 Hektar großen Regionalflughafen im Einsatz. „Wir haben hier vor allem Hasen, Rehe, Dachse, Füchse und Wildschweine, von denen eine Gefahr für den Flugbetrieb ausgehen kann“, sagt Zimmermann, der hauptberuflich als Systemadministrator für die Flughafen-IT zuständig. Sein Hund hat einen eigenen Mitarbeiter-Ausweis. Der Flughafen zahlt Hundesteuer, Tierarztkosten und Haftpflichtversicherung. „Ein Gehalt bekommt "Teddy" aber nicht“, sagt der Hundebesitzer.

Inzwischen hat der Hund, der schon als Welpe zu Zimmermann kam, auf einer Grasfläche ein Loch entdeckt. Eifrig schnüffelt er daran und fängt an zu graben. „Ein Kaninchenbau“, stellt Zimmermann fest. „Ist gut, "Teddy", komm“, kommandiert er. Gehorsam lässt der Hund den Kaninchenbau links liegen und wendet sich dem Zaun um das Flughafengelände zu. Prompt findet der Hund ein Loch im Zaun, das Zimmermann markiert, um es später zu verschließen.

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„Teddy“ kann die Geräusche der Flugzeuge ab

„Teddys“ Karriere als Flughafenhund begann eher zufällig. „Als er etwa sechs Monate alt war, nahm ich ihn öfter mit zur Arbeit und stellte fest, dass er sehr gelassen mit den Geräuschen der Flugzeuge umging“, schildert Zimmermann. „Und da Magyar Vizslas sehr gelehrig sind und geistige Beschäftigung brauchen, entstand die Idee, "Teddy" zum Vergrämen von Wildtieren abzurichten“, sagt er.

Vorbild dafür war nach Angaben Zimmermanns Border Collie „Piper“, der auf dem Flughafen von Traverse City im US-Bundesstaat Michigan Füchse und Greifvögel von Rollbahn und Vorfeld vertrieben hat. „Anfang dieses Jahres ist er leider gestorben“, sagt Zimmermann bedauernd.

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Hund wurde durch Luftfahrbehörde geprüft

„Der Einsatz von Tieren an Flughäfen ist nicht ungewöhnlich“, sagt Christian Hellberg, Geschäftsführer des Deutschen Ausschusses zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr (DAVVL) in Bremen. „Am Flughafen Hamburg werden regelmäßig Falken und Bussarde eingesetzt, um Krähen zu vertreiben“, sagt Hellberg. „An anderen Airports kontrollieren Flughafenjäger mit Jagdhunden die Wild- und Vogelpopulationen“, sagt er.

Doch Zimmermann sagt, „Teddy“ habe zwar eine Ausbildung als Jagdhund, könne aber noch mehr. „Er hat darüber hinaus gelernt, bestimmte Flächen nicht zu betreten und das Wild nicht zu berühren oder zu töten. Das hat er auch durch eine Prüfung bei der Luftfahrtbehörde nachgewiesen“, sagt Zimmermann stolz. Damit sei „Teddy“ wohl der einzige amtlich geprüfte Flughafenhund Deutschlands.

Eva-Maria Mester, dpa

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