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Lübeck Digitalisieren – Fluch oder Segen?
Lokales Lübeck Digitalisieren – Fluch oder Segen?
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20:24 17.05.2017
Die Eule fungiert als Logo der siebenteiligen Ringvorlesungsreihe in der Hochschulkirche St. Petri.
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Das Wort „Digitalisierung“ ist in aller Munde. Die Übergänge zwischen Mensch und Maschine, Gehirn und Computer sind fließend geworden. Optimistische Geister feiern dies als Fortschritt in der Kommunikation, in der Medizin und im Kulturschaffen, sehen die Verheißungen der Industrie 4.0. Pessimisten befürchten, dass sich der Mensch dank der künstlichen Intelligenz bald selbst überflüssig macht.

Ein Thema jedenfalls, das die Menschen bewegt und das deshalb heute Abend im Mittelpunkt der dritten akademischen Ringvorlesung zur „Weltanschauung“ steht, zu dem die Lübecker Hochschulen ab 19 Uhr in die Petrikirche einladen. Im Zeichen der Eule der Minerva werden Wissenschaftler und Studierende der Universität, der Fachhochschule und der Musikhochschule zum Thema „Denken und Digitalisieren“

vortragen und diskutieren.

Nach einem impulsgebenden Eingangsstatement von Martje Buss, die an der Uni Psychologie studiert, wird Informatik-Professorin Monique Janneck von der Fachhochschule die Wechselwirkung zwischen Mensch und Rechner erklären und – aus der „Sicht“ des Computers – kritisch befragen. Forscherin Ulrike Krämer, Uni-Professorin für Kognitive Neurowissenschaften, reflektiert über die neurologischen und psychologischen Aspekte der Digitalisierung und die Folgen für die Weltanschauung.

Die Bedeutung der Digitalisierung für das Komponieren und Musizieren beleuchtet dann Sascha Lino Lemke. Er ist Professor für Musiktheorie, Gehörbildung und Werkanalyse an der Musikhochschule Lübeck (MHL). Der Dozent wird außerdem eine mit der Saxofon- Studentin Jana de Troyer erarbeitete digitalisierte Tape-Version des „Pan“ vom englischen Komponisten Benjamin Britten präsentieren, des musikalischen Leitmotivs der Ringvorlesung. Mit Spannung wird am heutigen Abend ebenfalls die musikalische Performance „The artificial musical brain“ von MHL-Professor Franz Danksagmüller erwartet, die er als eine Interaktion zwischen der menschlichen Stimme und genetischen Algorithmen ankündigt.

Nach einer Stunde der Präsentationen laden die beiden Moderatoren Prof. Cornelius Borck und Pastor Dr. Bernd Schwarze zu einem Plenumsgespräch ein. Im Anschluss an die Diskussion stehen alle Mitwirkenden noch für persönliche Gespräche bei Brot und Wein im Nordschiff der Hochschulkirche zur Verfügung.

Insgesamt sind sieben Veranstaltungen geplant. Zum feierlichen Abschluss am Donnerstag, 13. Juli, spricht der junge Philosoph Markus Gabriel, der mit den beiden Werken „Warum es die Welt nicht gibt“

und „Ich ist nicht Gehirn“ einen denkwürdigen Beitrag zur gegenwärtigen Weltanschauungsdebatte in der Wissenschaft geliefert hat.

mho

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