Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Dramatische Bilder von der „Lisa von Lübeck“-Kollision
Lokales Lübeck Dramatische Bilder von der „Lisa von Lübeck“-Kollision
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:04 25.06.2013
Von Sabine Risch
Die Kollision: Die „Sedov“ rammt mit ihrer Steuerbord-Seite das Vorderkastell der „Lisa“ — Holz splittert ab und landet im Wasser. Quelle: Foto: Jan Staal
Lübeck

„Mein erster Gedanke war: Schade um das schöne Schiff“, sagt Fotograf Jan Staal. Er hielt die Kollision der „Sedov“ mit der vor Anker liegenden „Lisa von Lübeck“ von einem anderen Schiff aus im Bild fest und verfolgte den Moment, in dem die 122 Meter lange russische Viermastbark die hölzerne Kraweel rammte.

Ein Video von der Kollision gibt's hier

Die „Sedov“, so der ehemalige Fährkapitän Staal, habe nach dem Lichten des Ankers einen Fehler gemacht. „Ich sah, dass es nicht gut gehen würde.“ Die „Sedov“ habe noch einige Signale gegeben, die „Lisa“ ebenfalls. Unmittelbar danach hörte Staal das Splittern des Holzes am Bug der „Lisa“. Ein deutscher Bekannter von ihm habe Tränen in den Augen gehabt.

Der Schaden an dem Lübecker Hanseschiff ist größer als zunächst angenommen. Nicht nur der Bugspriet und ein Teil der Reling sind bei der Kollision zersplittert, auch das Vorderkastell ist beschädigt und auf der Steuerbord-Seite verzogen. Versicherungsfachleute, die noch in den Niederlanden an Bord kamen, sollen den Schaden auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag geschätzt haben. Für Kapitän Dieter Baars und die 14-köpfige Besatzung sowie deren Angehörige ist am wichtigsten, dass niemand verletzt wurde. Und dass die Kraweel fahrtüchtig blieb, so dass man sich gestern auf die Heimfahrt nach Lübeck machen konnte. Bootsbaumeister Heino Schmarje, der die „Lisa“ gebaut hatte, war zwar nicht an Bord, kam aber per Auto nach Texel, um den Schaden in Augenschein zu nehmen. „Der kennt sein Schiff wie kein anderer“, sagt Baars. Man habe das Schiff gesichert und im beschädigten Bereich aufgeklart, fahre nun mit fünf bis siebeneinhalb Knoten gen Nord- Ostsee-Kanal. Morgen wird die „Lisa“ in der Hansestadt erwartet. Baars: „Wir ziehen unseren Fahrplan durch, bringen das Schiff im Spätsommer auf die Werft.“ Nächster Termin ist das Shanty-Festival am Wochenende.

„Mein erster Gedanke war: Schade um das schöne Schiff.“
Jan Staal, Fotograf

Sabine Risch

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!