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Lübeck Dreht die Stiftung den Geldhahn zu?
Lokales Lübeck Dreht die Stiftung den Geldhahn zu?
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20:24 17.09.2016

Geht der wichtigste Geldgeber des Wissenschaftsmanagements Lübeck von der Fahne? Der neue Vorstand der Possehl-Stiftung stellt Umfang und Ausrichtung der üppigen Fördergelder in Frage. „Der Stiftungsvorstand sieht das kritisch und hat Zweifel, ob die Förderung so beibehalten wird“, berichtete Bildungssenatorin Kathrin Weiher (parteilos), die jetzt auch für die Wissenschaft zuständig ist, im Schulausschuss der Bürgerschaft.

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Der neue Vorstand der Possehl-Stiftung hat Probleme mit Wissenschaftsmanagement – Weiher muss anderes Konzept vorlegen.

Die Stadtverwaltung hatte einen Förderantrag gestellt. Im Initiativkreis des Wissenschaftsmanagements, in dem Stiftungen, Hochschulen, die Stadt und das Management versammelt sind, gaben die Possehl-Vertreter Max Schön und Prof. Klaus-Peter Wolf- Regett ihre Zweifel zu erkennen. Für die Mannschaft um Wissenschaftsmanagerin Dr. Iris Klaßen kann sich das zu einem ernsten Problem auswachsen. Denn von den 300 000 Euro, die das Wissenschaftsmanagement jährlich kostet, kommen 170000 Euro von der Possehl-Stiftung. Weitere Mittel steuern Gemeinnützige Sparkassenstiftung (50000 Euro) sowie die Jürgen-Wessel-Stiftung (25000 Euro) bei. Hans-Jochen Arndt von der Wessel-Stiftung: „Wir stehen voll hinter dem Wissenschaftsmanagement.“

Am 7. Oktober muss Weiher dem Vorstand der Possehl-Stiftung ein neues Konzept vorstellen. „Ich hoffe, dass es gelingt, die Stiftung dazu zu bewegen, weiter zu fördern“, sagte Weiher im Schulausschuss. Sie will den neuen Vorständen der größten Lübecker Stiftung erklären, warum das Wissenschaftsmanagement so wichtig für die Stadt ist. „Wir brauchen beide Einrichtungen“, sagte Weiher auf LN-Anfrage, „und ich werde mir Mühe geben, die Kritiker zu überzeugen.“ Von denen gebe es immer mehr, sagte die Senatorin: „Von verschiedenen Seiten gibt es Vorbehalte.“

Die SPD-Politikerin Katja Godowski äußerte die im Schulausschuss ganz unverblümt: „Ich frage mich, ob wir weiterhin ein Wissenschaftsmanagement finanzieren müssen.“ Iris Klaßen und ihr Team würden viele Initiativen und Projekte, die es ohnehin in Lübeck gebe, in ihre Papiere schreiben.

„Natürlich braucht Lübeck das Wissenschaftsmanagement“, entgegnet Klaßen auf LN-Anfrage. Aufgabe des Managements wie der Bürgerakademie sei es, den Bürgern Forschungsergebnisse zu vermitteln. „Die Bürger bezahlen über ihre Steuern Wissenschaft und Forschung in hohem Maße und wir zeigen ihnen, wie Forscher arbeiten.“ Durch die Organisation von Vorträgen könnten Bürger unmittelbaren Nutzen aus Forschung ziehen. Projekte wie die Humboldtwiese (siehe Artikel unten) würde Wissenschaft in die Stadtteile transportieren. Nach Angaben der Wissenschaftsmanagerin sind weder ihr Management noch das Haus der Wissenschaft in der Breiten Straße in Gefahr. Max Schön, Vorsitzender des Stiftungsvorstands, bestätigte auf Anfrage lediglich, dass am 7. Oktober über den Antrag beraten wird.

Dass der neue Vorstand gerne neue Schwerpunkte setzt, mussten aber auch schon andere erfahren. Die Jüdische Gemeinde bekommt kein Geld mehr für die Sanierung ihrer Synagoge.

Kai Dordowsky

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