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Lübeck Drogentreff Krähenteich: Abbau ohne Streit
Lokales Lübeck Drogentreff Krähenteich: Abbau ohne Streit
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09:30 27.07.2018
Das erst 2017 aufgestellte Klohäuschen wird abtransportiert. Am Freitag sollen die Fundamente ausgegraben werden. Quelle: Holger Kröger
Innenstadt

Am Donnerstag wurde das Toilettenhäuschen am Drogentreff abgebaut. Alles sei „ohne relevante Vorkommnisse“ verlaufen, teilte Polizeisprecher Dierk Dürbrook mit. Eine besondere Präsenz über die Polizeistreife hinaus sei nicht nötig gewesen. „Während des Einsatzes waren keine Angehörigen der Drogenszene auf dem Platz.“ Einige seien vorbeigegangen. Sie hätten abwartend reagiert.

Immer wieder stand der Ort in der Kritik. Verärgerte Anwohner des Drogentreffs am Krähenteich haben sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen. Ein Mitglied der Bürgerinitiative, das nicht namentlich zitiert werden möchte, sagt nun, sie sei überrascht gewesen von der Aktion. „Ich habe damit nicht gerechnet.“ Anerkennend äußerte sie sich über den Besuch von Bürgermeister Jan Lindenau, der die Anwohner selbst informierte. „Ich finde das toll, dass er bei den Temperaturen tapfer durchs Viertel geht und Zettel verteilt.“ Zum Abbau des Toilettenhäuschens selbst sagte sie: „Vielleicht ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Aber damit wird man keinen Dealer wegkriegen.“ Sie regte an, das Gebüsch, das den Platz umgibt, zu lichten. „Das ist ein Paradies, wenn man seine Drogen verticken will.“

Der Drogentreff am Lübecker Krähenteich ist schon lange ein Streitthema.

Thomas Baltrock, Pastor an der nahen Aegidienkirche, hält es für angebracht, dass die Stadt reagiert hat. „Mir hat man schon mal ins Gesicht gespuckt. Das waren Leute, die sich im Kircheneingang Spritzen drückten.“ Eine Kirche habe eine Verantwortung für ihr Viertel. Der Gemeinderat will der Bürgerinitiative in der kalten Jahreszeit einen Raum im Gemeindehaus zur Verfügung stellen. „Das sind keine Wutbürger oder Rechtspopulisten“, sagt Baltrock. „Denen geht es ums Viertel.“

kab

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