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Lübeck Duell um die Macht im Rathaus
Lokales Lübeck Duell um die Macht im Rathaus
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23:22 06.11.2017
Das Lübecker Rathaus: Eine Stichwahl am 19. November muss darüber entscheiden, wer der 229. Lübecker Bürgermeister wird. Quelle: König/54°
Lübeck

Die Entscheidung fällt in 14 Tagen zwischen Kathrin Weiher (parteilos), die von einem breiten Bündnis aus CDU, Grünen, FDP, Linken und BfL getragen wird, und ihrem Mitbewerber Jan Lindenau (SPD). Weiher holte am Sonntag 24 306 Stimmen (35,2 Prozent). Lindenau gewann 20 333 Stimmen (29,5 Prozent). Für eine echte Überraschung sorgte der Einzelbewerber Detlev Stolzenberg (parteilos), der 14 063 Stimmen (20,4 Prozent) holte. Als Drittplatzierter ist der Stadtplaner damit ebenso ausgeschieden wie Thomas Misch von den Freien Wählern (7,5 Prozent), Ali Alam (Die Partei) mit 4,9 Prozent und Joachim Heising (parteilos) mit 2,6 Prozent.

Rund 24 400 Wähler votierten für die ausgeschiedenen Kandidaten. Um diese Wähler buhlen jetzt Weiher und Lindenau. Heising hat bereits eine Wahlempfehlung für Weiher abgegeben, Alam will seinen Wählern keine Ratschläge geben, Misch und seine Freien Wähler entscheiden das am Donnerstag, Stolzenberg und sein Beraterteam diskutieren darüber am Mittwoch. „Aus beiden Lagern liegen bereits Anfragen vor“, erklärt Stolzenberg. Der parteilose Stadtplaner hat offensichtlich damit gepunktet, dass er mehr Dialog der Verwaltung mit den Bürgern einforderte – eine Position, die auch Lindenau und Weiher teilen. Zu einem Schwerpunktthema des jetzt anstehenden Duells um die Macht im Lübecker Rathaus wird deshalb der künftige Bürgerservice in den Stadtteilen.

Wer folgt auf Bürgermeister Bernd Saxe (SPD)? Kathrin Weiher (parteilos) und Jan Lindenau (SPD) liefern sich bereits in der ersten Runde ein Kopf-an-Kopfrennen und kommen in die Stichwahl. Der Wahlabend in Bildern.

Die Parteiführungen waren sehr zufrieden mit dem Abschneiden ihrer Kandidaten. Thomas Rother, Kreisvorsitzender der SPD, gratulierte Jan Lindenau zu einem engagierten und erfolgreichen Wahlkampf in einem für die Partei schwierigen Jahr. Die Lübecker SPD verlor bei der Bundestagswahl am 24. September das traditionelle Direktmandat und büßte bei der Landtagswahl im Mai satte sechs Punkte ein. Thorsten Fürter, Kreisvorsitzender Grünen, bezeichnete das Abschneiden Lindenaus dagegen als dramatisch schlecht und ist mit dem Ergebnis der von den Grünen unterstützten Kathrin Weiher „sehr zufrieden“. Der FDP-Kreisvorsitzende Mirko O. Schultz zeigt sich „zuversichtlich für die Stichwahl“. Linken-Kreisvorsitzende Katjana Zunft: „Die Bürger haben sich in deutlicher Mehrheit für eine überparteiliche Amtsführung ausgesprochen.“ CDU-Kreischefin Anette Röttger bezeichnet die Wahlbeteiligung von 39,2 Prozent als enttäuschend und appelliert an die Lübecker, zur Stichwahl zu gehen.

Auch in den Kieler Landesparteizentralen wurde die Wahl in Lübeck mit Spannung verfolgt. SPD-Chef Ralf Stegner ist nach dem ersten Wahlgang siegesgewiss: „Wir haben die allerbesten Chancen, mit einem exzellenten Kandidaten wie Jan Lindenau die zweite Halbzeit für uns zu entscheiden.“ Lindenau habe sich gegen „die Kandidatin des Volksfront-Bündnisses aller anderen Parteien der Bürgerschaft“ gut geschlagen. „Es kommt bei der Stichwahl jetzt entscheidend auf die Mobilisierung an“, sagt CDU-Landeschef und Ministerpräsident Daniel Günther. Auf Weiher würden jetzt die Hoffnungen der vielen Lübecker ruhen, die „nach vielen Jahren SPD-Vorherrschaft ein großes Bedürfnis nach Veränderung“ hätten. Die Landes- Grünen wollen „alles geben, damit Lübeck zum ersten Mal eine Bürgermeisterin bekommt“, sagt der Landesvorsitzende Steffen Regis. Darauf setzt auch FDP-Landeschef Heiner Garg, den Weihers Vorsprung im ersten Wahlgang „sehr zuversichtlich“ macht.

wh/jvz/dor

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