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Lübeck E-Autos: Stadtwerke bauen in diesem Jahr zehn Ladestationen
Lokales Lübeck E-Autos: Stadtwerke bauen in diesem Jahr zehn Ladestationen
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09:01 09.03.2016
Stadtwerke-Sprecher Lars Hertrampf (l.) und Sana-Chef Klaus Abel vor der Ladestation auf dem Sana-Gelände. Quelle: Maxwitat

Zwischen 10000 und 15000 Euro kostet eine Ladestation inklusive Installation und Erdarbeiten. Die Standorte stehen noch nicht exakt fest. „Wir werden die Stationen in und um die Altstadt herum errichten und überall dort, wo größere Verkehrsströme fließen“, sagt Unternehmenssprecher Lars Hertrampf. Ein Netz an Ladestationen ist das Kernstück eines „Lübecker Masterplans Elektromobilität“.

Bislang gibt es nur wenige Stromtankstellen in der Hansestadt — an drei Autohäusern, bei StattAuto, an der Sana-Klinik, am Luv-Center und bei den Stadtwerken. „Wir wollen eine öffentliche Ladestruktur aufbauen“, sagt Hertrampf — und dazu bedient sich der kommunale Versorger der Hilfe, Beratung und Erfahrung des großen Nachbarn.

Die Netz Lübeck GmbH, eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke, und die Stromnetz Hamburg GmbH haben eine Vereinbarung abgeschlossen, von der im Wesentlichen Lübeck profitiert. Denn die Hamburger haben nach Aussage von Unternehmenssprecherin Anette Polkehn-Appel zur Zeit rund 177 Ladestationen und wollen bis Jahresende 300 aufgebaut haben. Jeder Standort verfügt über zwei Ladepunkte, so dass 600 E-Autos gleichzeitig tanken können.

„Wir haben Erfahrung bei der Beschaffung und Anbindung von Ladestationen gesammelt und teilen die jetzt mit Lübeck“, sagt Polkehn-Appel. Auch in Hamburg gibt es neben dem wachsenden öffentlichen Netz private Anbieter von Stromtankstellen.

„Hamburg hat bereits einheitliche technische Standards“, sagt der Lübecker Stadtwerke-Sprecher Hertrampf. Für Pendler, die Elektro-Autos nutzen, seien beispielsweise einheitliche Tankkarten wichtig, die sowohl in Hamburg als auch in Lübeck verwendbar sind. „Damit wird eine Voraussetzung geschaffen, um in und zwischen den Hansestädten mehr Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen“, erklärt Marcus Böske, Geschäftsführer der Netz Lübeck GmbH.

In beiden Städten ist das noch nicht so berauschend. Die Travemetropole zählt 59 zugelassene E-Fahrzeuge, die Elbmetropole 1550. In Lübeck rollen über 90 000 Fahrzeuge aller Antriebsarten, in Hamburg 850000. Der Bund will, dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sind.

Um den Aufbau von Ladestationen zu finanzieren, hat der Lübecker Netz-Chef Böske eine Umlage bei den Netzentgelten ins Gespräch gebracht. Damit würden alle Stromverbraucher an den Kosten beteiligt.

„Darüber wird aber noch diskutiert“, sagt Unternehmenssprecher Hertrampf. Die Entscheidung darüber treffe die Bundesnetzagentur.

Masterplan-Kommune

2020 will die Hansestadt Masterplan-Kommune für Klimaschutz werden. Dazu müssen die Kohlendioxid-Emissionen bis 2050 um 95 Prozent gesenkt werden. Dafür gibt es Fördermittel vom Land — 200000 Euro für vier Jahre. Flensburg, Rostock und Hannover sind bereits Masterplan-Kommunen. Die Klimaschutz-Leitstelle arbeitet derzeit an einer aktuellen CO2-Bilanz für das vergangene Jahr. Das Klimaschutzkonzept wird 2016 fortgeschrieben.

Von Kai Dordowsky

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