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Lübeck Edeka zieht in den Bahnhof
Lokales Lübeck Edeka zieht in den Bahnhof
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22:36 13.02.2018
Zuletzt war im denkmalgeschützten nördlichen Flügel des Bahnhofs neben dem Reisezentrum eine Diskothek untergebracht. Quelle: Roessler
Innenstadt

„Wir können bestätigen, dass ein Mietvertrag für eine Einzelhandelsfläche im Hauptbahnhof Lübeck geschlossen wurde“, heißt es kurz und knapp aus der Pressestelle des Unternehmens. Weitere Informationen über die Höhe der Investitionen, wie viele Arbeitsplätze geschaffen werden und welche Besonderheiten das Sortiment haben wird, will Edeka nicht nennen. Auch welcher Kaufmann den Markt betreiben wird, will das Unternehmen noch nicht bekannt geben.

Reisezentrum

Künftig finden die Kunden das DB-Reisezentrum am Ausgang Steinrader Weg. Das Zentrum bietet fünf Verkaufsschalter. Der Zugang zum Zentrum ist barrierefrei.

Die Vorfreude ist aber schon jetzt groß in Lübeck: „Das ist eine riesige Bereicherung“, sagt Hourieh Ebrahimi. Die 55-Jährige arbeitet im Blumengeschäft Stooky im Bahnhof. „Dann werde ich mir oft mal einen Salat in der Mittagspause holen oder nach Feierabend das Abendessen einkaufen“, sagt sie. Und auch ihre Kollegin Melissa Chrapkowski freut sich: „Das wird lebendiger. Gerade die Reisenden werden sich freuen. Und auch für Anwohner aus der nahen Umgebung ist es ein Gewinn.“

Auch in der benachbarten Buchhandlung freut man sich auf den Zuwachs. „Ich glaube nicht, dass es Konkurrenz sein wird. Jetzt sieht alles so tot aus. Gut, wenn die Fläche belebt wird“, sagt Verkäuferin Belinda Rocksien.

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Die 69-jährige Gerda Podscharly fährt oft mit der Bahn. „Ich nehme mir die Verpflegung meistens von Zuhause mit, aber für viele ist der Edeka-Markt bestimmt ein gutes Angebot“, glaubt sie. „Gerade um Getränke zu holen oder wenn man in der Gruppe unterwegs ist.“ Dass der Bedarf unter den Reisenden da ist, weiß auch Taxifahrer Hans-Joachim Becker. „Viele Fahrgäste fragen, wo der nächste Supermarkt ist. Dann verweise ich auf die Einkaufsmöglichkeiten in der Ziegelstraße“, erzählt er.

Um Platz für Edeka zu schaffen, ist das Reisezentrum bereits umgezogen. Nur noch ein paar restliche Regale und eine verlassene, rote Sitzbank erinnern hinter der Glasscheibe an die ehemalige Kartenausgabe. Jetzt finden die Kunden die Schalter am Ausgang Steinrader Weg.

Der Leerstand des denkmalgeschützten nördlichen Flügels sorgt schon seit Jahrzehnten für Diskussionen. Zuletzt war dort neben dem Reisezentrum zunächst ein Restaurant und anschließend eine Diskothek untergebracht. Beide mussten schließen. Die Fahrkartenausgabe selber wurde zwei Mal umgebaut. Früher war dort außerdem die Gepäck- und Expressgutabfertigung untergebracht. Immer wieder hatte die Bahn in den vergangenen Jahrzehnten von Modernisierungen gesprochen. 2003 fiel schließlich der Startschuss zu einer vierjährigen Sanierungsphase.

50 Millionen Euro investierte die Bahn damals. Ein neuer, 100 Meter langer Personensteg zum Steinrader Weg wurde gebaut.

Die Bahnsteige wurden neu betoniert und die historischen Hallendächer komplett abgebaut und aufbereitet. Zehn Jahre später zogen die Geschäfte nach. Die Filialen von McDonalds und der Bäckerei Junge wurden komplett umgebaut. Bei Ditsch und der Zeitungs- und Buchhandlung P & B wurde im kleineren Maßstab renoviert. 2016 wurde außerdem der Bahnhofsvorplatz saniert.

 Maike Wegner

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