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Lübeck Ehe für alle: Alles klar für die ersten Trauungen
Lokales Lübeck Ehe für alle: Alles klar für die ersten Trauungen
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20:01 30.09.2017
Die Beamten im Standesamt stehen in den Startlöchern: 265 Lebenspartnerschaften gibt es in Lübeck, 25 dieser Paare haben die Umwandlung in eine Ehe bereits beantragt. Quelle: Neelsen
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Lübeck

Die Kollegen im Standesamt stünden in den Startlöchern, sagt die Pressesprecherin der Stadt, Nicole Dorel. 265 Lebenspartnerschaften gebe es in Lübeck. 25 dieser Paare haben die Umwandlung in eine Ehe bereits beantragt. Am 10. Oktober stehe im Rathaus zudem die erste vollgültige Eheschließung eines homosexuellen Paares an. Insgesamt lägen dafür schon fünf Anmeldungen vor.

Bundesweit gibt es rund 43 000 eingetragene Lebenspartnerschaften. Sie können, müssen aber nicht in eine Ehe umgewandelt werden. Von heute an sind dann nur noch Eheschließungen möglich. Der Unterschied zur Lebenspartnerschaft: Die Ehepaare haben auch das Adoptionsrecht. Beim Erb- oder Unterhaltsrecht waren Rechte und Pflichten bereits angeglichen worden. Vielen Befürwortern der Ehe für alle ging es aber vor allem auch um ein Zeichen für eine echte Gleichstellung von Hetero- und Homosexuellen.

Auch in Ostholsteins Kreisstadt Eutin wird morgen die erste Lebenspartnerschaft in eine Ehe umgewandelt. Insgesamt haben sich für die kommende Woche fünf Paare dafür angemeldet, drei männliche, zwei weibliche, sagt Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt. Sie werden in einer kleinen Zeremonie „am Schreibtisch“ gefragt, ob sie die Ehe miteinander eingehen wollen und müssen dann noch einige Papiere unterschreiben.

In Stormarns Kreisstadt Bad Oldesloe hat sich bislang ein Paar für diese Zeremonie angemeldet. „Wir haben aber schon mehrere Paare über die Umwandlung der Lebenspartnerschaft zur Ehe beraten“, sagt Oldesloes Bürgeramtsleiter Thomas Sobczak. In Kiel haben das bislang 15 Paare beantragt, teilt die Stadt mit. Fünf werden morgen auf dem Standesamt erwartet. In Hamburgs Rathaus findet schon heute eine große Hochzeit von 15 Paaren statt. Anschließend lädt die Grüne Gleichstellungssenatorin sie samt 300 Gästen zu einer Feier im Großen Festsaal ein.

„Das ist ein besonderer Tag für die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften“, sagt CDU-Ministerpräsident Daniel Günther. Die Partner würden dieselbe Verantwortung füreinander übernehmen wie in klassischen Ehen, „also verdienen sie selbstverständlich auch die gleichen Rechte“. Günther hatte sich auch als CDU-Landeschef schon früh für die in der Union bis zuletzt umstrittene Ehe für alle stark gemacht. „Vielfalt gehört zu einer freien Gesellschaft dazu“, sagt der Ministerpräsident. Dieser Bewusstseinswandel sei kein Wertewandel – „wer heiraten will, folgt einem zutiefst traditionellen Wertebild. Und der Staat steht für diese Werte ein.“ „Was in den Niederlanden, Spanien Frankreich oder Irland selbstverständlich ist, ist jetzt endlich auch in Deutschland möglich“, sagt die Vize-Chefin der SPD-Landtagsfraktion, Serpil Midyatli.

Die evangelische Nordkirche wird die Ehe für alle wohl erst in zwei Jahren umsetzen, hieß es auf der Synode in Travemünde. 

Von Wolfram Hammer

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