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Lübeck Ehemalige Lübecker Managerin in Hannover erstochen
Lokales Lübeck Ehemalige Lübecker Managerin in Hannover erstochen
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17:26 30.06.2013
Von Oliver Vogt
Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens holen den Leichnam von Carola H. aus dem Haus im Stadtteil List ab. Quelle: Christian Elsner
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Lübeck

Lübeck/Hannover – Trauer und Entsetzen im Lübecker Einzelhandel. Carola H., ehemalige Geschäftsführerin der Peek & Cloppenburg-Filiale am Lübecker Markt, ist tot. Die 46-Jährige wurde am späten Donnerstagabend in Hannover von ihrem Lebensgefährten erstochen. Gegen den 48-jährigen Ronald K., der nach der Tat versucht hatte, sich das Leben zu nehmen, wurde inzwischen Haftbefehl wegen Mordes erlassen.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Unfall auf der Autobahn 7 bei Hildesheim. Ronald K. hatte seinen Mercedes bei voller Fahrt in die Leitplanke gesteuert, wurde dabei aber nur leicht verletzt. „Als die Beamten eintrafen, hat er angegeben, sich das Leben nehmen zu wollen, weil er seine Lebensgefährtin umgebracht habe“, sagt Holger Hilgenberg, Sprecher der Polizeidirektion Hannover.

Das furchtbare Geständnis bestätigt sich kurze Zeit später. Polizisten finden die Leiche von Carola H. in der gemeinsamen Wohnung im vornehmen Hannoveraner Stadtteil List. „Der Leichnam wies mehrere Stichverletzungen auf“, sagt Hilgenberg. Medienberichten zufolge habe der mutmaßliche Mörder 30 mal auf seine Partnerin eingestochen. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es jedoch nicht.

Carola H. wurde laut Polizei das Opfer einer Beziehungstat. In seiner Vernehmung habe Ronald K., der erst vor wenigen Monaten in die Wohnung eingezogen war, angegeben, dass seine Lebensgefährtin sich von ihm trennen wollte. Ein Streit zwischen beiden war am späten Donnerstagabend offenbar eskaliert. Das Amtsgericht in Hannover erließ am Freitag Haftbefehl wegen Mordes gegen den 48-Jährigen. Nach Ansicht des Gerichts hat Ronald K. sein argloses Opfer auf heimtückische Weise getötet. Da seine Unfallverletzungen nur leichter Natur waren, wurde K. in die Untersuchungshaft überstellt.

Mit Fassungslosigkeit wurde die Tat gestern in Lübeck aufgenommen. Carola H. führte von 2008 bis 2011 die Geschäfte der Lübecker P&C-Filiale, bevor sie nach Hannover wechselte, um dort ein neu eröffnetes Modehaus der Kette zu übernehmen. Während ihrer Lübecker Zeit war die 46-Jährige auch im Vorstand des Lübeck-Managements aktiv. Menschen, die sie gut kannten, beschreiben Carola H. als eine offene, freundliche und engagierte Frau, die sich mit großer Leidenschaft für die Stadtentwicklung in Lübeck eingesetzt habe. Auch privat sei Carola H. offen und unkompliziert gewesen, schätzte einen Bummel über den Weihnachtsmarkt ebenso wie eine lockere Pizza-Runde mit Freunden und Kollegen. Man sei sprachlos und traurig über diesen Verlust und das furchtbare Verbrechen, hieß es aus dem Vorstand des Lübeck-Managements. „Unser Mitgefühl gilt ihren Angehörigen und Freunden.“

Auch Nachbarn in Hannover sind von der Bluttat geschockt. Dort kannte man die Geschäftsfrau aber kaum. „Sie ist morgens früh raus und abends spät wiedergekommen“, sagte ein Nachbar der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Weder sie noch ihr Lebensgefährte hätten den Kontakt zu anderen Bewohnern gesucht. „Erst vor wenigen Monaten war ihr Enkelkind zu Besuch“, erinnerte sich eine andere Nachbarin gegenüber der „Bild“-Zeitung. „ Sie hat viel gelacht und gesagt, sie wäre halt eine sehr junge Oma.“

Oliver Vogt

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