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Lübeck Ehemaliger Praktikermarkt zwangsversteigert
Lokales Lübeck Ehemaliger Praktikermarkt zwangsversteigert
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21:27 29.04.2016
KWL-Chef Dirk Gerdes bot bei der Versteigerung nicht mit. Quelle: Neelsen

Das Koordinierungsbüro Wirtschaft in Lübeck (KWL), das vor Monaten Interesse an dem Gebiet angemeldet hatte, bot nicht mit. Damit ist auch der Traum aller Kulturpolitiker geplatzt, den früheren Baumarkt als künftiges Stadtarchiv zu nutzen.

Die Fortress Immobilien AG hat in diversen, größeren deutschen Städten Multiservice-Center gebaut. „Wir wollten immer schon gern nach Lübeck, sind aber bisher nicht fündig geworden“, sagte Vorstand Ulrich Henssen nach dem erfolgreichen Gebot. Die Gläubigerbank, die Westdeutsche Immobilien Bank, hatte den Verkehrswert mit 7,5 Millionen Euro angegeben. Sie nahm das Fortress-Gebot noch im Saal des Amtsgerichts an. Damit sind die Nordrhein-Westfalen jetzt die neuen Eigentümer. Die bestehenden Miet- und Pachtverträge werden übernommen. Multiservice-Center umfassen nach Henssens Angaben Restaurants, Autoservice und Billighotels. „Wir werden jetzt Gespräche mit der Stadt aufnehmen“, kündigte der Vorstand an, „konkrete Pläne haben wir aber noch nicht.“

KWL-Chef Dirk Gerdes war zwar im Amtsgericht, bot aber nicht mit. Am Donnerstag hatte er im KWL-Aufsichtsrat seine Kaufvorlage zurückgezogen. „Die aktuelle Diskussion über die Miethöhe in der Travemünder Ostseestraße war der Sache nicht zuträglich“, erklärte Gerdes auf LN-Anfrage. Die KWL baut in der Ostseestraße eine große Asylunterkunft. Für seine Mietpreise von über 16 Euro pro Quadratmeter bekam Gerdes heftigen Ärger mit den Politikern. Diesen Ärger wollte er jetzt beim Objekt früherer Praktikermarkt nicht riskieren. Ohne Miet-Zusicherung der Hansestadt wurde ihm der Auftrag zu heiß. Diese Zusicherung bekam er aber nicht. Im ehemaligen Baumarkt sollten Archivbestände der Hansestadt untergebracht werden. Stadtarchiv, Museen und Stadtbibliothek brauchen dringend neue Räume.

Seit vergangenem Dezember nutzt die Stadt den früheren Baumarkt als Notunterkunft für Flüchtlinge. Zur Zeit sind dort nach Angaben der Verwaltung rund 70 Menschen untergebracht. Der Mietvertrag mit dem Insolvenzverwalter sollte Ende April auslaufen, wurde aber bis Ende Mai verlängert. Die Verwaltung plant, die Geflüchteten auf die im Bau befindlichen Unterkünfte am Bornkamp und im Polarisweg zu verteilen. Voraussetzung sei, dass die Flüchtlingszahlen wie angekündigt zurückgehen, so die Verwaltung.

dor

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