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Lübeck Ehemaliger Scandlines-Mitarbeiter muss 770 000 Euro Schadenersatz zahlen
Lokales Lübeck Ehemaliger Scandlines-Mitarbeiter muss 770 000 Euro Schadenersatz zahlen
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15:32 02.07.2013
Blick in den Sitzungssaal eins des Arbeitsgerichts Lübeck im Januar bei der Verhandlung einer Klage der Reederei Scandlines gegen einen ehemaligen Mitarbeiter.  Quelle: dpa
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Heiligenhafen

Hans-Jürgen U. aus Heiligenhafen, ehemaliger Mitarbeiter von Scandlines Deutschland, muss der Reederei mehr als 770 000 Euro Schadenersatz zahlen. Darauf haben sich die streitenden Parteien heute vor dem Arbeitsgericht Lübeck verständigt.

Scandlines forderte eine Million vom ehemaligen Reederei-Mitarbeiter als Schadenersatz, weil dieser über sechs Jahre durch Manipulation beim Ticketverkauf im Fährhafen Puttgarden auf Fehmarn Geld beiseitegeschafft haben soll. Eine Lücke im Ticket-System der Reederei machte dies möglich - diese ist mittlerweile geschlossen. Der Mann aus dem Kreis Ostholstein finanzierte sich mit dem Geld seinen großzügigen Lebenstil.

Seit Januar musste er sich vor dem Lübecker Arbeitsgericht verantworten. Im Laufe der Verhandlungen gab der Angeklagte zu, Geld veruntreut zu haben. Über die genaue Höhe schwieg er aber. Er bestritt bis zuletzt, die von der Reederei behauptete Dauer des Betruges. Ein erster Gütetermin vor dem Arbeitsgericht war im Januar gescheitert.

U. war am Check-in-Schalter in Puttgarden auf Fehmarn eingesetzt, von wo aus die Reederei die „Vogelfluglinie“ nach Rodby (Dänemark) betreibt. Die Manipulation von U. funktionierte wie folgt: Für Autofahrer, die bereits eingecheckt hatten, beispielsweise für einen Einkauf im Bordershop aber noch einmal auschecken wollten, sah die Reederei einen sogenannten Check-out-Beleg vor. Den mussten die Kunden beim neuerlichen Abfertigen vorlegen. Der Heiligenhafener verkaufte Check-out-Belege an barzahlende neue Kunden als reguläres Ticket. Den Unterschied zwischen echter Fahrkarte und Check-out-Beleg kannten oder bemerkten diese nicht. Das Geld, rund 85 Euro pro Fahrgast, wanderte schließlich in U.s eigene Tasche. In seinen Socken fand die Reederei bei seiner Überführung im Juli 2012 1870 Euro.

Auf die Schliche kam Scandlines dem Ostholsteiner nach Aussage des Reederei-Anwalts, weil sich „die Check-out-Belege auf seinem Tisch stapelten“. Eine Überprüfung der Check-out-Quote an seiner Kasse ergab: Über 30 Prozent von U.s Kunden verließen angeblich kurz vor der Überfahrt noch einmal den Scandlines-Hafenbereich - an den anderen Kassen waren es im Durchschnitt lediglich 1,5 Prozent der Kunden.

Scandlines

2200 Mitarbeiter 6 Häfen steuern die Fähren der Reederei Scandlines an. Neben der deutsch-dänischen „Vogelfluglinie“ Puttgarden-Rodby betreibt das Unternehmen noch die Fähren zwischen Rostock und Gedser (Dänemark) sowie die dänisch-schwedische Verbindung Helsingor-Helsingborg. Die Reederei beschäftigt rund 2200 Mitarbeiter. Die Unternehmensgeschichte von Scandlines nahm mit der Eröffnung der ersten Eisenbahnfährverbindung zwischen Warnemünde und Gedser am 30. September 1903 ihren Anfang.

Mehr lesen Sie später auf LN-Online und morgen in den LN.

Jan Wulff /jar

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