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Lübeck Ehrenfriedhof verwüstet
Lokales Lübeck Ehrenfriedhof verwüstet
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20:46 02.11.2017
Ein Bild der Verwüstung: Bäume stürzten auf Grabstellen und Wege, so dass der Ehrenfriedhof gesperrt werden musste. Quelle: Fotos: Holger Kröger

„Es ist unfassbar, was da passiert ist“, sagt Manfred Macheit. Der 68-Jährige wohnt in der Nähe des Ehrenfriedhofs und macht regelmäßige Spaziergänger in der Anlage. Doch die wurde nach „Herwart“

Sturm „Herwart“ hat auf dem Ehrenfriedhof starke Verwüstungen angerichtet: Mehr als 20 alte Buchen und Eichen fielen dem Sturm zum Opfer. Der Friedhof ist seitdem gesperrt. Der Stadt liegen insgesamt 90 Schadensmeldungen im Zusammenhang mit dem Sturm vor.

erst einmal mit Flatterband komplett gesperrt, seit gestern sogar mit einem Schutzzaun. Etwa 20 Eichen und Buchen seien, überwiegend zur Luisenstraße hin, „wie Dominosteine“ umgefallen, weitere hingen „total schief und können beim nächsten Sturm umfallen“. Es sei „sehr schade um den alten Baumbestand, der jetzt verloren gegangen ist“.

Macheit hatte lange einen Gartenbaubetrieb für Zierpflanzen, kennt sich in Sachen Botanik ein wenig aus. Seine Theorie, warum es auf dem Ehrenfriedhof zu solch großem Schaden kam: „Dadurch, dass noch Laub an den Bäumen war, boten die dem Wind eine größere Angriffsfläche und wirkten wie ein Segel.“ Die Aufräumarbeiten dürften sich wohl eine ganze Weile hinziehen, vermutet er.

Damit liegt Macheit vollkommen richtig, denn: „Wir haben insgesamt 90 Meldungen für das Stadtgebiet, drei Mitarbeiter fahren herum, erstellen eine Schadensbilanz und bewerten Prioritäten“, so Björn Peters vom Bereich Stadtgrün und Verkehr. Im gesamten Stadtgebiet am schlimmsten betroffen sei der Bereich Tremser Teich beidseitig der Autobahn. Klar, dass man beispielsweise in der Nähe von Kindergärten oder Schulen die Gefahren als erstes beseitige.

„Wann der Ehrenfriedhof wieder geöffnet werden kann, ist noch nicht zu sagen. Es muss vorab sichergestellt werden, dass keine weiteren Bäume umsturzgefährdet sind“, sagt Valessa Glisovic vom Presseamt der Stadt. Die Gräber würden soweit wie möglich instandgesetzt, die Kosten für Sturmschäden (mehr als acht Windstärken) müsse der Geschädigte selbst tragen. „In diesem Fall also die Hansestadt Lübeck“, sagt Valessa Glisovic.

Doch zunächst einmal muss nach der Bestandsaufnahme aufgeräumt werden – was die Stadt kaum ohne den Einsatz von Fremdfirmen schaffen dürfte. Dass dabei teils schweres Gerät eingesetzt werden muss, bestätigt auch das Presseamt der Stadt. „Sicherlich sind Beeinträchtigungen und Schäden an Wegen und Rasenflächen nicht zu vermeiden“, sagt Glisovic. Ob bis zum Gedenken am Volkstrauertag – Sonntag, 19. November – alles wieder hergerichtet ist, vermag niemand zu sagen.

 Von Sabine Risch

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