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Lübeck Ein Baumstamm schwebt aus dem Wasser
Lokales Lübeck Ein Baumstamm schwebt aus dem Wasser
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20:15 19.04.2016
Ein 80-Tonnen-Autokran hob den 25 Meter langen Baumstamm gestern aus der Trave.

Ein frischer Wind zieht über das Wasser, kleine Wellen kräuseln sich, doch der mächtige Baumstamm treibt ruhig an der Oberfläche. Dann wird das 25 Meter lange Holzstück langsam aus dem Wasser gehoben. Kleine Tropfen perlen von der rauen Borkenschicht, während der große Autokran den Stamm langsam gen Ufer schweben lässt.

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Ein 80-Tonnen-Autokran hob den 25 Meter langen Baumstamm gestern aus der Trave.

Gestern wurde der Douglasienstamm, aus dessen Holz bald der neue Hauptmast der „Lisa von Lübeck“ entstehen soll, aus der Trave gehoben. Im März letzten Jahres war der hölzerne Gigant zu Wasser gelassen worden. Über ein Jahr schwamm er vertäut in der Nähe des Hanseschiffes an der Nördlichen Wallhalbinsel (die LN berichteten). „Der Lebenssaft des Baumes musste verwässern“, erklärt Bootsbaumeister Heino Schmarje, „sonst zerreißt der Stamm beim späteren Trocknen.“

Der 74-Jährige ist seit 1994 Mitglied der Gesellschaft Weltkulturgut Hansestadt Lübeck, der Verein betreibt die „Lisa von Lübeck“. Im vergangenen Jahr waren bei Lackierarbeiten am alten Großmast des Schiffes sogenannte Wetterrisse entdeckt worden. Das Holz hatte faule Stellen und muss ersetzt werden. Im Februar wurde dann im schleswig-holsteinischen Wald „Albsfelder Tannen“ ein geeigneter Baum gefunden und gefällt. Um die 5000 Euro kostete den Verein das Tannenholz und der Transport mit einem Spezialfahrzeug nach Lübeck. „Insgesamt war der Baumstamm 50 Meter lang“, sagt Heino Schmarje, „ein Teil wurde aber bereits als Furnierholz nach Bayern verkauft.“

Die restlichen 25 Meter wurden gestern mit einem 80-Tonner Autokran aus der Trave gehievt. Jetzt liegt der Stamm, zum Trocknen auf Holzpfähle aufgebockt, nur wenige Meter vom Anleger der „Lisa“

entfernt.

Im Herbst soll das Holz dann weiter verarbeitet werden. Und es wird dabei noch einige seiner Jahresringe verlieren. „Zunächst wird das Holz von der Borke befreit, dann wird es im Winter mit Kettensägen und Handhobelmaschinen bearbeitet“, erklärt Schmarje. Etwa zehn Vereinsmitglieder werden sich an den Arbeiten beteiligen. „Außerdem werden auch Jugendliche der Jugendbauhütte mithelfen“, sagt Schmarje.

12,5 Tonnen wiegt der Stamm zurzeit, nach der Bearbeitung wird er nur noch fünf Tonnen auf die Waage bringen. Im nächsten Jahr soll er als neuer Großmast der „Lisa von Lübeck“ in Betrieb genommen werden. „Bis dahin gibt es aber noch viel zu tun“, sagt Schmarje und muss etwas schmunzeln. „Aber das Einsetzen des neuen Mastes werden wir sicherlich feiern.“ Was dann mit dem alten Großmast des Hanseschiffes passiert, ist laut Schmarje noch unklar. „Wir haben noch keine neue Verwendung gefunden.“

Von kad

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