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Lübeck Ein Erbe, das verpflichtet
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22:12 05.04.2017
Machen sich für den Denkmalschutz stark: Kultursenatorin Kathrin Weiher (v. l.), Johannes Schindler und Dr. Rosemarie Wilcken (beide DSD). Quelle: Foto: Risch

„Seht, welch kostbares Erbe!“ So heißt die Wanderausstellung, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) gestern im Heiligen-Geist-Hospital eröffnete. Sie setzt sich seit 1985 für den Erhalt dieses kostbaren Erbes ein und ist die bundesweit größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Insgesamt konnte die DSD seit 1985 auch dank der Spenden von 200000 Förderern und der Mittel der Glücksspirale bislang mit über einer halben Milliarde Euro mehr als 5000 Projekte unterstützen – darunter das Heiligen-Geist-Hospital, Rathaus, Holstentor und St. Marien sowie weitere 36 Denkmale in der Hansestadt.

So festlich der Anlass in der Kirchenhalle des Heiligen-Geist-Hospitals, musikalisch umrahmt vom spontan zusammengestellten Chor der Jugendbauhütte, auch war: Es gab auch kritische Worte. Vor allem vom Vorsitzenden des Ortskuratoriums der DSD, Johannes Schindler. In Sachen Denkmalschutzgesetz sei Schleswig-Holstein einst Vorreiter gewesen, heute hingegen sei man gemeinsam mit dem Saarland Schlusslicht. Aber auch in Lübeck selbst sehe es nicht besser aus, sowohl von der Personalausstattung, als auch von der finanziellen Ausstattung her. 1992 seien in Lübeck noch umgerechnet 325000 Euro für Denkmalpflege ausgegeben worden, bis 2015 habe sich der Betrag auf 50000 Euro reduziert, „2017 sind wir bei Null angekommen“, so Schindler. „Mein subjektiver Eindruck in Sachen Welterbe ist, dass es seitens der Stadt vor allem zur Tourismuswerbung genutzt wird.“

Kultursenatorin Kathrin Weiher kann Schindler nur zustimmen. Alles, was er gesagt habe, entspreche der Wahrheit. „Es muss viel mehr in den Denkmalschutz gesteckt werden, als es getan wird.“ Sie wolle allerdings die Hoffnung nicht aufgeben. Optimistisch stimmten sie die aktuellen Haushaltszahlen und die Tatsache, „dass wir mit privaten Eigentümern in der Hansestadt viel mehr Denkmalpfleger haben, als im städtischen Bereich arbeiten.“ Ebenso wie Schindler dankte sie der DSD für deren Engagement. Dr. Rosemarie Wilcken, langjährige Bürgermeisterin der Hansestadt Wismar und heute Stiftungsrätin bei der DSD, forderte: „Denkmalschutz geht uns alle an! Wir können die Eigentümer damit nicht alleine lassen.“

Die Wanderausstellung zeigt 35 Denkmale aus allen Bundesländern und verschiedenen Epochen – darunter das Römische Theater in Mainz, die Wutachtalbahn in Blumberg und die Georgenkirche in Wismar.

Sie ist bis zum 7. Mai dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr im Heiligen-Geist-Hospital zu sehen, der Eintritt ist frei.

sr

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